Knapp ein halbes Jahr nach dem verheerenden Dammbruch im ostbrasilianischen Brumadinho hat ein Gericht entschieden, dass das Bergbauunternehmen Vale für alle Schäden der Katastrophe aufkommen muss. Das Gericht im Bundesstaat Minas Gerais legte jedoch vorerst keine Schadenssumme fest, da diese laut Richter Elton Pupo Nogueira derzeit noch nicht beziffert werden könne. Bis auf Weiteres bleiben deshalb auch elf Milliarden Real (rund 2,6 Milliarden Euro) von Vale für künftige Entschädigungszahlungen eingefroren.

Ende Januar war in Brumadinho der Damm eines Rückhaltebeckens für Bergbauabfälle geborsten. Millionen Tonnen Klärschlamm ergossen sich dabei über die Umgebung des Bergwerks und begruben Häuser, Autos und Straßen unter sich. Mindestens 248 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben, 22 weitere werden noch immer vermisst. Bei den jetzigen Entschädigungen gehe es nicht nur um die Todesopfer der Katastrophe. Der Dammbruch habe auch die Umwelt und die wirtschaftlichen Aktivitäten in der Region geschädigt.

Vale erklärte, dass das Gericht seine "Kooperation" während des Verfahrens anerkannt habe. Der Konzern wolle "rasch und gerecht" für die Begleichung der Schäden aufkommen, die durch die Katastrophe entstanden seien.

Nach dem Dammbruch war auch der TÜV Süd in die Kritik geraten. Das deutsche Zertifizierungsunternehmen hatte den Damm im Auftrag von Vale im September 2018 geprüft und trotz mehrerer Wartungsempfehlungen für sicher erklärt.