Konzernumbau - Deutsche Bank streicht 18.000 Jobs Die Deutsche Bank hat einen Umbau angekündigt und will bis 2022 rund 18.000 Mitarbeiter entlassen. Außerdem soll das Investmentbanking eingestellt werden. © Foto: Arne Dedert/dpa

Die Deutsche Bank will deutlich schrumpfen und streicht 18.000 Arbeitsplätze. Bis 2022 solle die Zahl der Vollzeitstellen auf etwa 74.000 sinken, teilte der Konzern nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Aufgrund des geplanten Umbaus rechnet die Deutsche Bank allein im zweiten Quartal 2019 mit einem Verlust von 2,8 Milliarden Euro. Insgesamt werde der Konzernumbau bis Ende 2022 voraussichtlich 7,4 Milliarden Euro kosten.

Zudem will sich die Deutsche Bank aus dem weltweiten Aktiengeschäft zurückziehen und ihr Handelsgeschäft verkleinern. Vorstandschef Christian Sewing erklärte, es handle sich um die "umfassendste Transformation der Deutschen Bank seit Jahrzehnten". Dies sei "ein echter Neustart". Die Bank kehre zu ihren Wurzeln zurück und besinne sich voll auf das Kundengeschäft. Ende März 2019 hatte die Deutsche Bank auf Vollzeitkräfte umgerechnet weltweit knapp 91.500 Mitarbeiter, davon gut 41.500 in Deutschland.

Zu dem Sanierungsplan, dem der Aufsichtsrat am Sonntag zustimmte, gehört auch die Gründung einer sogenannten Bad Bank, die schlecht laufende Finanzprodukte abwickeln soll. Diese Positionen umfassen 74 Milliarden Euro an Bilanzrisiken (RWA) – ein Fünftel des Gesamtbestandes.

Außerdem will Sewing bis 2022 rund 13 Milliarden Euro in Digitalisierung investieren. Die Aktionäre sollen dafür dieses und nächstes Jahr auf ihre Dividenden verzichten.

Zahlreiche Veränderungen im Vorstand

Neben den Sanierungsplänen wird die Bank auch ihren Vorstand deutlich verändern. So verlieren Privatkundenchef Frank Strauß und die für Regulierungsthemen zuständige ehemalige Bankenaufseherin Sylvie Matherat ihre Posten. Beide werden die Bank zum 31. Juli dieses Jahres verlassen, wie es hieß. Bereits am Freitag hatte die Bank bekanntgegeben, dass Investmentbankchef und Konzernvize Garth Ritchie zum 31. Juli geht.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Rechtsvorstand Karl von Rohr, soll die Verantwortung für die Privatkundenbank und die Vermögensverwaltung mit der Marke DWS übernehmen. Risikovorstand Stuart Lewis ist künftig auch für den Bereich Compliance und die Abteilung gegen Finanzkriminalität zuständig.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank ernannte zudem drei neue Vorstandsmitglieder, die zunächst Generalbevollmächtigte sein werden, bis die entsprechenden Freigaben der Aufsichtsbehörden vorliegen. Die gebürtige Amerikanerin Christiana Riley, seit Ende 2015 Finanzchefin der Unternehmens- und Investmentbank, übernimmt ab sofort die regionale Verantwortung für das Geschäft in Nord- und Südamerika.

Der bisherige SAP-Vorstand Bernd Leukert stößt im Herbst als Vorstand für Digitalisierung, Daten und Innovation zur Deutschen Bank, um die IT auf Vordermann zu bringen. Der Anwalt Stefan Simon, der seit 2016 Mitglied des Aufsichtsrates war, wird Chief Administrative Officer (CAO) und wird für die Beziehungen zu den Aufsichtsbehörden und für die Rechtsabteilung verantwortlich sein.