Der Autohersteller Daimler hat zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit seine Gewinnerwartungen gesenkt. Nach einem Milliardenverlust im zweiten Quartal rechnet der Konzern in diesem Jahr mit einem Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern deutlich unter dem Vorjahreswert, wie Daimler mitteilte. Erst vor knapp drei Wochen hatte der Autohersteller seine Erwartungen auf Vorjahresniveau gesenkt.

Daimler begründete die Korrektur unter anderem mit weiteren Rückstellungen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro zur Bewältigung der Dieselaffäre. Zudem seien rund eine Milliarde Euro für einen erweiterten Rückruf von Takata-Airbags zurückgelegt worden. Auch gestalte sich das Wachstum der Automobilmärkte "geringer als erwartet".

Der Verlust im zweiten Quartal betrug 1,6 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal hatte Daimler noch einen Gewinn von 2,6 Milliarden Euro erzielt. Besonders betroffen war der Geschäftsbereich der Mercedes-Benz-Vans. Er verzeichnete allein ein Minus von zwei Milliarden Euro.

Aktienkurs sinkt um 4,5 Prozent

Im Mai hatte der Schwede Ola Källenius bei Daimler den langjährigen Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche abgelöst. Ende Juni hatte er ebenfalls wegen der Abgasaffäre die Gewinnziele für dieses Jahr gesenkt. Nach der erneuten Gewinnwarnung muss er nun in einem ohnehin schwierigen Jahr bei laufendem Konzernumbau gegen einen Vertrauensverlust bei den Anlegern ankämpfen. Der Kurs der Daimler-Aktie sank nach der Korrektur zu Börsenbeginn um bis zu 4,5 Prozent.

Von Källenius wird erwartet, dass er den von Zetsche bereits angekündigten strengen Sparkurs umsetzt. Details dazu hat der neue Chef bisher nicht vorgelegt. Stellenstreichungen sollen jedoch kein Teil der Pläne sein, hieß es bisher aus dem Unternehmen.