Die bisherige Arbeitsdirektorin Janina Kugel wird den Siemens-Konzern Anfang nächsten Jahres verlassen. Sie gehe Ende Januar, wenn ihr Fünfjahresvertrag ausläuft. Er werde "im gegenseitigen Einvernehmen" nicht verlängert, teilte der Aufsichtsrat mit.

Die 49-jährige Volkswirtin ist eine der bekanntesten Personalmanagerinnen Deutschlands, in der Öffentlichkeit ist sie fast so präsent wie Vorstandschef Joe Kaeser. Über ihren Abgang war schon über das Wochenende spekuliert worden. "Sie ist eine leidenschaftliche Streiterin für mehr Diversität, lebenslanges Lernen und eine moderne Unternehmenskultur", sagte Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe. Laut der Nachrichtenagentur Reuters war in Aufsichtsratskreisen jedoch von einer "gewissen Entfremdung" die Rede. Kugel war lange von Vorstandschef Joe Kaeser gefördert worden. 

"Schade, dass sie geht"

Die IG Metall und der Siemens-Gesamtbetriebsrat bedauerten ihren Abgang. "Sie bezieht uns bei der Lösung von betrieblichen Themen stets mit ein. Das war bei Siemens nicht immer so", sagte IG-Metall-Vorstandsmitglied und Siemens-Aufsichtsrat Jürgen Kerner. Dass sie gehe, sei schade. Er forderte Siemens auf, eine "adäquate Nachfolgerin" zu suchen.

Siemens will bis spätestens zum Jahresende entscheiden, wer künftig für die Angestellten rund um den Globus verantwortlich ist. Mit Stand von Ende 2018 hatte der Konzern über 370.000 Mitarbeiter.

Hauptstreitpunkt zwischen Siemens-Vorstand, Betriebsrat und IG Metall war in den vergangenen Jahren das Spar- und Stellenstreichprogramm in der Kraftwerksparte des Konzerns. Auf Seiten des Arbeitgebers führte Kugel die Verhandlungen. Der Konzern hatte sich mit den Arbeitnehmervertretern nach langen Verhandlungen im vergangenen Jahr auf den Abbau von 6.900 Arbeitsplätzen geeinigt, davon rund 2.900 in Deutschland. Eine halbe Milliarde Euro will Siemens dort sowie in der Prozessindustrie- und Antriebssparte bis 2020 einsparen.