Bei dem Videostreamingdienst Netflix kamen von April bis Juni weltweit lediglich 2,7 Millionen neue Nutzerinnen und Nutzer hinzu. Das teilte das Unternehmen nach US-Börsenschluss mit. Nach der Bekanntgabe brach die Aktie um mehr als zwölf Prozent ein. Allerdings war der Kurs im Jahresverlauf bereits um 35 Prozent gestiegen.

Zuletzt hatte Netflix in vielen Ländern die Preise erhöht und die Erwartungen bereits gedämpft, mit einem so geringen Wachstum war aber nicht gerechnet worden. Fünf Millionen neue Abonnements waren erwartet wurden. Insgesamt brachte es der Streamingdienst zum Quartalsende auf knapp 152 Millionen bezahlte Mitgliedschaften.

Trotzdem stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Auch der Gewinn lag mit 270,7 Milllionen Dollar (241,2 Mio Euro) über den Vorhersagen der Finanzanalysten.

Dass sich die Nutzerzahlen nicht wie erwartet erhöht haben, könnte auch mit der wachsenden Konkurrenz im Markt für Videostreamingdienste zusammenhängen. Medienkonzern Disney, das Technologieunternehmen Apple und der Pay-TV Sender HBO sowie der Telekommunikationskonzern AT&T planen jeweils eigene Streamingdienste. Allerdings sind deren Angebote größtenteils noch gar nicht am Start.

Die von Analysten ins Gespräch gebrachte Idee, die Einnahmen durch das Schalten von Werbung zu erhöhen, findet bei Netflix bislang wenig Anklang. "Wir glauben, dass wir langfristig ein wertvolleres Geschäft betreiben, indem wir uns aus dem Wettbewerb um Werbeeinnahmen heraushalten und stattdessen voll und ganz um die Zufriedenheit der Zuschauer konkurrieren", hieß es im Brief an die Aktionäre.