Der Pharma- und Chemiehersteller Bayer trennt sich von seiner Sparte für Tiermedizin. Das teilte der Konzern in Leverkusen mit. Käufer ist demnach das US-amerikanische Unternehmen Elanco, das die Animal Health GmbH, also die Geschäftseinheit für Tiergesundheit, für 7,6 Milliarden Dollar übernehmen will, umgerechnet knapp 6,9 Milliarden Euro.

Zwei Drittel der Kaufsumme – 5,3 Milliarden Dollar – sollen in bar beglichen werden, der Restbetrag würde in Aktien von Elanco gezahlt. Mit dem Abschluss des Kaufs rechne man zur Mitte des Jahres 2020. Wettbewerbsbehörden müssen noch ihre Genehmigung erteilen.

1,5 Milliarden Umsatz mit Flohhalsbändern

Die Animal Health GmbH ist die kleinste Sparte des Bayer-Konzerns: Rund 3.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in dem Bereich der Tiermedizin beschäftigt. Das sind rund drei Prozent der gesamten Belegschaft von Bayer. Die Beschäftigten in Deutschland seien bis 2025 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt und würden zu vergleichbaren Konditionen weiterbeschäftigt. Das Geschäft mit der Tiermedizin gilt als profitabel: 2018 lag der Umsatz der Sparte bei 1,5 Milliarden Euro. Verkauft werden etwa Floh-, Zecken- und Entwurmungsmittel oder Halsbänder zur Abwehr des Ungeziefers.

Elanco beschäftigt bisher weltweit 5.600 Mitarbeiter. 2015 kaufte das Unternehmen bereits die Tiergesundheitssparte des Schweizer Konzerns Novartis. Durch die Übernahme der Animal Health GmbH von Bayer steigt Elanco zum weltweit zweitgrößten Anbieter in der Tiergesundheit auf, nach dem US-Konzern Zoetis und vor dem deutschen Unternehmen Boehringer Ingelheim.

Der Konzern Bayer hat 2016 für 63 Milliarden Dollar den Saatguthersteller Monsanto übernommen, der unter anderem das Pflanzenschutzmittel Glyphosat produziert. In den USA werden derzeit zahlreiche Gerichtsverfahren gegen Monsanto geführt: Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Nach Angaben von Bayer belief sich die Zahl der Klagen im Juli auf 18.400. Bayer könnten hohe Ausgleichs- oder Schadenersatzzahlungen drohen.

Werner Baumann, der Vorstandsvorsitzende von Bayer, ordnete die Trennung von der Sparte Tiergesundheit in eine Reihe von im November 2018 angestoßenen Verkäufen ein: Bayer habe sich "anspruchsvolle Ziele zur Wertschaffung gesetzt", sagte Baumann. Ziel dieser Wertschaffung dürfte es für Bayer wohl auch sein, finanziell für weitere Gerichtsklagen und Strafzahlungen gerüstet zu sein.