Das US-amerikanische Pharmaunternehmen Purdue ist Medienberichten zufolge zu einer Milliardenzahlung bereit, um einen Prozess wegen umstrittener Opioidschmerzmittel zu vermeiden. Der Sender NBC News berichtete, Purdue könnte für eine außergerichtliche Einigung in Cleveland im Bundesstaat Ohio zwischen zehn und zwölf Milliarden Dollar zahlen.

Das Unternehmen bestätigte zwar Gespräche über eine außergerichtliche Einigung, nicht aber die von NBC News genannte Summe. Purdue Pharma sei bereit, sich in einem Verfahren "energisch" gegen Vorwürfe zu verteidigen, wolle aber jahrelange Rechtsstreitigkeiten vermeiden, hieß es in einer Mitteilung.

In Cleveland im Bundesstaat Ohio werden fast 2.300 Verfahren zusammengeführt, bei denen Bundesstaaten, Städte und weitere Klägerinnen und Kläger wegen der Opioidkrise Entschädigungszahlungen von einer Reihe von Unternehmen fordern. Es geht um Hunderte Milliarden Euro.

Dem Oxycontin-Hersteller Purdue und anderen Firmen wird vorgeworfen, in aggressiven Marketingkampagnen die Risiken süchtig machender Schmerzmittel bei längerem Gebrauch verharmlost zu haben. Das Unternehmen weist das zurück. In den USA sind nach Behördenangaben zwischen 1999 und 2017 fast 400.000 Menschen an den Folgen von Opioidmissbrauch gestorben. Allein im Jahr 2017 gab es landesweit rund 47.600 Todesfälle.

Am Montag verurteilte ein Gericht im Bundesstaat Oklahoma den Hersteller Johnson & Johnson zu einer Entschädigungszahlung in Höhe von 572 Millionen Dollar. Purdue Pharma hatte einen Prozess in dem Bundesstaat durch die Zahlung von 270 Millionen Dollar vermieden.