In Berlin sind einer Studie zufolge im vergangenen Jahr rund 26.500 Unterkünfte über Airbnb angeboten worden. Darunter seien 2.600 komplette Wohnungen, die mindestens 138 Tage im Jahr vermietet wurden. Das ist das Ergebnis einer Studie des Berliner Wirtschafts- und Sozialforschungsinstituts Empirica im Auftrag von Airbnb. Damit hat das Wohnungsvermittlungsunternehmen erstmals Zahlen zur Vermietung von Wohnraum in vier deutschen Großstädten – Berlin, Hamburg, München und Dortmund – vorgelegt.

Das Ergebnis der Studie interpretiert die Vermittlungsfirma so: Kurzzeitvermietungen über Airbnb hätten keinen negativen Einfluss auf den Wohnungsmarkt. "Homesharing schadet dem Wohnungsmarkt nicht, sondern steigert die Effizienz der Wohnraumnutzung", sagte Annamaria Deiters-Schwedt von Empirica dazu. Ein spürbarer Zusammenhang zwischen Mietpreissteigerungen und der Entwicklung angebotener Unterkünfte auf Airbnb in den Städten sei "insgesamt nicht erkennbar".

"Keine belastende Wirkung auf den Wohnungsmarkt"

Auch Tim Klaws, der bei Airbnb den Bereich Public Policy leitet, sagte, Wohnraumschutz sei "auch für Airbnb ein wichtiges Thema, weshalb wir mit den Städten an fairen Regeln für Homesharing arbeiten wollen, um dem Entzug von Wohnraum durch weniger verantwortungsvolle Akteure vorzubeugen". Die Studie belege, dass "das gelegentliche Vermieten des Zuhauses keine belastende Wirkung auf den Wohnungsmarkt" habe.

Unter den vier untersuchten Städten befand sich die größte Zahl der auf Airbnb angebotenen Wohnungen in Berlin. In München seien 2018 insgesamt rund 11.000 Unterkünfte angeboten worden, in Hamburg etwa 9.400 und in Dortmund rund 550. Berücksichtigt seien dabei auch vermietete Privatzimmer in geteilten Wohnungen. Aus diesen Zahlen lasse sich allerdings nicht ableiten, dass die genannten Unterkünfte ganzjährig verfügbar seien, hieß es in der Studie. Anbieter könnten den Kalender ihrer Unterkunft individuell verwalten. "Der geringste Anteil der Unterkünfte für die Kurzzeitvermietung" entziehe dem Wohnungsmarkt daher tatsächlich Wohnraum.

Für die Zahl der kompletten Wohnungen, die dauerhaft über Airbnb angeboten oder nicht von Mietern oder Eigentümern selbst bewohnt werden, müssten Schätzungen herangezogen werden: In Berlin seien 2.600 ganze Wohnungen betroffen. Dazu schrieb das Handelsblatt, dem die Studie vorliegt: Wohnungen, die mehr als 137 Tage über Airbnb vermietet werden, könnten als Renditeobjekte eingestuft werden – sie überschritten bei einem Durchschnittspreis von 83 Euro pro Übernachtung in Berlin einen "rentablen Schwellenwert" und dienten "überwiegend der Kurzzeitvermietung". Auf diese Unterkünfte beziehe sich die Zahl 2.600. In Dortmund etwa würden zwischen 60 und 70 Wohnungen so vermietet. 

Bis zu 4,4 Prozent des Wohnungsneubedarfs

Diese "Zweckentfremdung" des Wohnraums lässt sich mit dem benötigten Wohnraum, der nicht gebaut worden ist, verrechnen: Das Handelsblatt zitiert dazu die Studie. Demnach entspreche der Anteil der langfristig über Airbnb angebotenen Komplettwohnungen einem Satz von 2,3 Prozent der Wohneinheiten, die zwischen 2007 und 2017 in Berlin zu wenig gebaut worden seien – rund 114.800. In München trage Airbnb, so betrachtet, 2,1 Prozent zum Mangel an Wohnraum bei, in Hamburg sogar 4,4 Prozent. 

Über die Plattform Airbnb können private und gewerbliche Vermieter Wohnungen und Unterkünfte anbieten. Seit Langem wird diskutiert, ob dieses Geschäftsmodell den Mangel an dauerhaftem Wohnraum in den Städten antreibt.