Der Gründer des chinesischen Internetkonzerns Alibaba, Jack Ma, hat den Vorsitz seines Unternehmens niederlegt. Dies hatte Ma bereits vor einem Jahr angekündigt. Sein Nachfolger an der Spitze des Konzerns wird der bisherige Geschäftsführer Daniel Zhang. Allerdings bleibt Ma Mitglied der Alibaba Partnership, einer Gruppe von 36 Personen mit dem Recht, eine Mehrheit der Mitglieder des Verwaltungsrats zu nominieren.

Der frühere Englischlehrer Ma, der an diesem Dienstag 55 Jahre alt wurde, gründete Alibaba 1999, um chinesische Exporteure mit US-Einzelhändlern zusammenzubringen. Heute ist Alibaba – neben Amazon – der größte Onlinehändler der Welt und konzentriert sich auf den chinesischen Markt. Im zweiten Quartal 2018 erwirtschaftete der Konzern zwei Drittel seines Ertrages von 16,7 Milliarden Dollar (rund 15,1 Milliarden Euro) im Inlandsgeschäft.   

Alibaba hat mehr als 650 Millionen aktive Nutzer. Neben dem Onlinehandel ist der Konzern auch in anderen Branchen wie der Medien- und Filmsparte aktiv. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 100.000 Menschen und hat laut Bloomberg einen Börsenwert von 462 Milliarden Dollar (418 Milliarden Euro).

Ma ist einer der bekanntesten Unternehmer Chinas und tritt regelmäßig im Fernsehen auf. 2015 hatte Ma die South China Morning Post gekauft, die größte englischsprachige Zeitung Hongkongs. Im vergangenen Jahr war zudem bekannt geworden, dass Ma Mitglied der Kommunistischen Partei Chinas ist. Sein Vermögen wurde zuletzt auf 38 Milliarden Dollar geschätzt. Nach seinem Rückzug aus der Konzernspitze will sich der Unternehmer nun für gemeinnützige Zwecke einsetzen.

Mas Nachfolger Zhang steht vor den Herausforderungen eines zunehmenden inländischen Wettbewerbs sowie des verlangsamten Wirtschaftswachstums in China. Auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie die Vorwürfe, Alibaba würde auf seinen Plattformen nicht ausreichend gegen gefälschte Waren vorgehen, hatten zuletzt für negative Schlagzeilen gesorgt.