Die Fluggesellschaft Air Berlin hat die letzte Rate zur Kredittilgung an die Bundesregierung überwiesen. Die Schulden über insgesamt 150 Millionen Euro sind beglichen. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters bestätigte, dass der Kredit seit Dienstag getilgt ist.

Der Bund hatte der insolventen Fluglinie im Sommer 2017 einen Millionenkredit gewährt, nachdem der Großaktionär Etihad weitere Hilfen verweigert hatte. Der Kredit sollte verhindern, dass der Flugbetrieb der zweitgrößten deutschen Airline sofort eingestellt wird, und den Verkauf erleichtern. Im Gegenzug sicherte sich die Bundesregierung die Garantie, dass der Kredit vor allen anderen Gläubigerforderungen zurückgezahlt wird.

Doch die Entscheidung dieser Kreditvergabe war umstritten. Mehrfach wurde die Befürchtung geäußert, dass Air Berlin trotz der Garantie nicht fähig sein könnte, den Kredit zurückzuzahlen.

Tatsächlich ist bislang nur die geliehene Summe zurückgezahlt. Air Berlin muss den Angaben des Insolvenzverwalters zufolge weitere rund 27 Millionen Euro für die Zinsen aufbringen. "Wir werden in naher Zukunft auch hier mit der Rückzahlung beginnen können", sagte der Insolvenzverwalter. Bei früheren Transaktionen hatte die Staatsbank ein Zinssatz von neun Prozent angesetzt. Sollte dieser Satz auch für den Air-Berlin-Kredit gelten, betrügen die anfallenden Zinsen mehr als 27 Millionen Euro.

Ob allerdings auch Passagiere, die ihre Flüge vor der Insolvenz im August 2017 bereits bezahlt hatten, aber nicht mehr antreten konnten, und andere Gläubiger Geld erhalten, hängt vom Ausgang eines Rechtsstreits mit Etihad ab. Aus Sicht des Insolvenzverwalters hätte die Airline mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten weiter zahlen müssen, da sie sich schriftlich zur Unterstützung von Air Berlin verpflichtet hatte. Vor dem Landgericht Berlin läuft eine Klage auf Schadenersatz in Milliardenhöhe. Etihad reagierte mit einer Gegenklage beim High Court in London. Jetzt müssen die Gerichte zunächst entscheiden, wer in dem Fall zuständig ist.