Die Deutsche Bahn fordert im Zusammenhang mit dem sogenannten Lkw-Kartell Schadenersatz in Höhe von rund einer halben Milliarde Euro. Eine entsprechende Klage werde beim Landgericht München eingereicht, teilte der Konzern mit.

Hintergrund der Klage ist ein Verstoß gegen das Kartellrecht. Wegen illegaler Preisabsprachen hatte die EU-Kommission 2016 und 2017 Geldbußen in einer Gesamthöhe von fast vier Milliarden Euro gegen den deutschen Daimler-Konzern, die italienische Firma Iveco, das französisch-schwedische Unternehmen Volvo/Renault und den niederländischen Hersteller DAF  verhängt. Die höchste Einzelstrafe mit rund einer Milliarde Euro musste Daimler zahlen.

Die vier Lastwagenhersteller, die gemeinsam 90 Prozent der in Europa produzierten mittelschweren und schweren Lkw stellen, hatten mehr als 14 Jahre lang ihre Verkaufspreise für Lastkraftwagen abgesprochen. Zudem hatten sie sich darüber abgestimmt, wie sie die Kosten für die Einhaltung von Umweltnormen an die Kunden weitergeben. Die VW-Tochter MAN kam damals ohne Strafe davon, weil sie Hinweisgeber in dem Wettbewerbsverfahren war und damit von der Kronzeugenregelung profitierte.  

Auf Hinweise von MAN waren 2011 die Unternehmen durchsucht worden. Die meisten Firmen hatten im Laufe der Ermittlungen ihre Schuld zugegeben und einem Vergleich zugestimmt.

Im nun anstehenden Verfahren geht es um die Ansprüche der Geschädigten gegenüber den verantwortlichen Unternehmen auf nationaler Ebene. Die Klägerin Deutsche Bahn teilte mit, die Bundeswehr und 40 weitere Unternehmen "aus allen Bereichen der deutschen Wirtschaft" hätten ihre Ansprüche an die Bahn abgetreten. "DB-Konzern und die Bundeswehr haben im Kartellzeitraum Tausende Lkw beschafft." Die Summe von rund 500 Millionen Euro hätten Experten nun in einem Gutachten ermittelt.