Wegen mutmaßlicher Cum-Ex-Geschäfte hat die Staatsanwaltschaft Köln ihre Ermittlungen ausgeweitet. Es seien weitere Maßnahmen durchgeführt worden, teilte die Behörde mit. Aufgrund des Steuergeheimnisses könnten jedoch keine darüber hinausgehenden Angaben gemacht werden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln.

Nach einem Bericht des Handelsblatts durchsuchte das Ermittlungsteam Räume der Commerzbank in Frankfurt am Main. Demnach sollen Mitarbeiter der Commerzbank an Cum-Ex-Geschäften beteiligt gewesen sein.

Von der Commerzbank hieß es, man äußere sich nicht zu laufenden Ermittlungen. "Wie in der Vergangenheit auch kooperieren wir selbstverständlich vollumfänglich mit den Behörden." Es sei im eigenen Interesse, die Angelegenheit schnellstmöglich aufzuklären.

Im November 2017 hatte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt schon einmal Räumlichkeiten der Commerzbank wegen Cum-Ex-Geschäften durchsucht.

Die Cum-Ex-Geschäfte gelten als größter Steuerskandal in der Geschichte der Bundesrepublik. Steuerfahnder schätzen den Schaden, der durch derartige Geschäfte entstanden ist, auf mehr als zehn Milliarden Euro. Bei Cum-Ex-Geschäften lassen sich Anleger die einmal gezahlte Kapitalertragsteuer auf Aktiendividenden mithilfe von Banken mehrfach zurückerstatten. Dazu verschieben sie um den Stichtag der Dividendenzahlung herum untereinander Aktien mit und ohne Dividendenanspruch – also cum und ex, wie es auf Latein heißt. Bis 2012 war diese Praxis zulässig. 

Anfang September hat vor dem Bonner Landgericht der erste Strafprozess gegen zwei britische Wertpapierhändler begonnen.

Kurz erklärt - Wie der Cum-Ex-Steuerskandal abgelaufen ist Es ist der wohl größte Steuerskandal der deutschen Geschichte. Wie Banken und Anwälte Milliarden entwendeten, zeigen wir in diesem Video. © Foto: Kerstin Welther