Die E-Zigaretten-Firma Niko Liquids hat beim Landgericht Düsseldorf zwei einstweilige Verfügungen gegen ihren Konkurrenten Juul erwirkt. Juul darf demnach vorerst keine Kartuschen, die sogenannten Pods, die die Flüssigkeit der E-Zigarette enthalten, aus seinen Lagerbeständen mehr an die Händler verschicken. Ein Sprecher bestätigte, dass Juul Kenntnis dieser Verfügungen habe, sie seien dem Unternehmen aber noch nicht formal zugestellt worden.  

In einem Fall geht es um die Kennzeichnung mit dem Symbol der durchgestrichenen Mülltonne für die Entsorgung von Elektroschrott. Juul druckt das Symbol bisher auf die Umverpackung seiner Kartuschen, da diese selbst nur etwa daumennagelgroß sind. "Wir sind davon überzeugt, dass unsere Produkte in Deutschland sowohl mit der deutschen als auch mit der EU- Gesetzgebung in Einklang stehen", teilte das Unternehmen mit. Es sei bereits Widerspruch eingelegt, sagte der Juul-Sprecher.

Die zweite Verfügung werde damit begründet, dass die Angaben an enthaltenem Nikotin nicht den tatsächlichen Werten entsprechen. In den Kartuschen soll den Vorwürfen zufolge weniger Nikotin enthalten sein. Das werde gerade geprüft, sagte der Sprecher. Allerdings würden die bisherigen Pods mit 20 Milligramm Nikotin pro Milliliter ohnehin nicht mehr an die Händler ausgeliefert, da Juul sein Sortiment im August umgestellt habe und inzwischen Kartuschen mit 18 und neun Milligramm anbiete.  

Juul selbst darf die Kartuschen nun also vorübergehend nicht mehr vertreiben, die Händler dürfen sie aber weiterhin verkaufen. Das Unternehmen sieht hinter den Vorwürfen des Mitbewerbers eine Strategie, um Druck auf Juul aufzubauen. In einer schriftlichen Mitteilung hieß es: "Juul Labs wurde in den letzten sechs Wochen von einem deutschen Wettbewerber mit rechtlichen Schritten angegangen, welche offensichtlich im Zusammenhang mit den Verkaufsplänen ihres Unternehmens an uns stehen. Juul Labs hält diese Drohungen für unangebracht und unverhältnismäßig und wird den Forderungen nicht nachgeben."