Angesichts einer lahmenden Konjunktur und schwindender Verkaufszahlen vieler Automobilhersteller muss auch ihr zentraler Zulieferer Kosten sparen. Der Bosch-Konzern kündigte nun an, an drei Standorten in Baden-Württemberg sowie im Werk in Bremen Stellen zu streichen oder bei bestehenden Stellen die Arbeitszeit zu kürzen. Wie das Stuttgarter Unternehmen mitteilte, soll der Personalabbau sozialverträglich über die Bühne gehen; betriebsbedingte Kündigungen sind demnach nicht geplant.

Laut Konzernangaben sollen bis zum Jahr 2022 in Schwäbisch Gmünd 1.000 Arbeitsplätze wegfallen. Bereits im kommenden Jahr gibt es bei den beiden anderen baden-württembergischen Standorten Feuerbach und Schwieberdingen einen "Anpassungsbedarf" von 800 Arbeitsplätzen – 500 davon will der Konzern aber durch Anpassung der Arbeitszeit erhalten. Für 2021 geht Bosch dann "aus heutiger Sicht" von einem weiteren Anpassungsbedarf von 800 Stellen aus.

Betroffen sind vor allem die Dieselstandorte

Damit wirkt sich der Umbruch in der Automobilindustrie auch auf den weltweit größten Zulieferer aus. Bereits im August hatte Vorstandschef Volkmar Denner Stellenstreichungen angekündigt, vor allem an den Dieselstandorten. Denner hatte damals Abfindungsprogramme, Vorruhestandsregelungen und die Reduzierung der Zahl der temporär Beschäftigten genannt.

Bosch beschäftigt weltweit rund 410.000 Menschen, davon 140.000 in Deutschland. Bei dem Unternehmen hängen nach Angaben aus dem Mai weltweit etwa 50.000 Arbeitsplätze allein von mit Diesel betriebenen Fahrzeugen ab.

Laut Betriebsratschef am Standort Schwäbisch Gmünd, Alessandro Lieb, reagierten die Mitarbeiter mit Empörung und Bestürzung auf die Ankündigungen. "Viele sind betrübt und haben berechtigte Existenzängste", sagte er. Es sei nicht akzeptabel, dass die Belegschaft über Kostensenkungsmaßnahmen und einen Personalabbau die Zeche für die schwierige Lage zahlen müsse, "denn ich sehe dort schon auch ein Stück weit Missmanagement".