Neun Monate nach dem verheerenden Dammbruch in einem brasilianischen Bergwerk haben Hinterbliebene Medienberichten zufolge in Deutschland Strafanzeige gegen einen Manager des TÜV Süd erstattet. Die Angehörigen würden dem Mann in ihrer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft München fahrlässige Tötung, fahrlässige Herbeiführung einer Überschwemmung und Bestechung vorwerfen, berichten Spiegel Online und das ARD-Magazin Monitor.

Anzeige wurde demnach auch gegen die Prüforganisation selbst erstattet. Der Vorwurf lautet hier auf "Verletzung von Aufsichtspflichten". Eingereicht wurden die Anzeigen den Berichten zufolge von fünf Angehörigen von Opfern des Unglücks, dem Europäischen Zentrum für Verfassungs- und Menschenrechte sowie vom katholischen Hilfswerk Misereor.

Nach einem Dammbruch in einem Bergwerk des Minenkonzerns Vale in der brasilianischen Stadt Brumadinho am 25. Januar hatten sich 13 Millionen Kubikmeter Schlamm mit Bergbauabwässern über der Umgebung ergossen. Mehr als 270 Menschen starben oder gelten seitdem als vermisst.

Nach dem Dammbruch geriet auch der TÜV Süd in die Kritik. Das international tätige Zertifizierungsunternehmen hatte den Damm im Auftrag von Vale geprüft und trotz mehrerer Wartungsempfehlungen für sicher erklärt. Der deutsche TÜV-Süd-Manager, gegen den nun Anzeige erstattet wurde, soll dabei eine zentrale Rolle gespielt haben.