Die Deutsche Bank will einem Bericht der Wirtschaftsagentur Bloomberg zufolge bei ihrem geplanten Konzernumbau in Deutschland Tausende Jobs streichen. Von rund 18.000 Stellen, die weltweit abgebaut werden sollen, würde die Hälfte – 9.000 also – auf Deutschland entfallen, berichtete die Nachrichtenagentur unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Deutsche Bank teilte auf Nachfrage lediglich mit, es sei derzeit noch zu früh, um sich über Details der Pläne zu äußern. Man führe aber Gespräche mit den Betriebsräten und Beschäftigten selbst.

Neben Deutschland soll vor allem der Standort London von den Entlassungen betroffen sein. Das war zuvor bereits klar und liegt auch im Brexit begründet. Weitere Stellen sollen auch in den USA wegfallen, unter anderem, weil der weltweite Aktienhandel aufgegeben werden soll.

Ende 2018 zählte die Deutsche Bank gut 91.700 Vollzeitkräfte weltweit, davon waren rund 41.700 in Deutschland beschäftigt – das ist fast die Hälfte. Mehr als 13 Prozent der Beschäftigten sind in Indien tätig, weitere zehn Prozent in den USA und über acht Prozent in Großbritannien, weitere vier Prozent in Italien. Der Rest verteilt sich auf weitere Länder. Bis 2022 sollen etwa 74.000 Beschäftigte übrig bleiben.

Deutsche Bank will sich wieder aufs Kundengeschäft konzentrieren

Deutsche-Bank-CEO Christian Sewing hatte im Juli die drastische Umstrukturierung verkündet. Grund dafür sind anhaltende Verluste. Durch den Umbau soll die von Skandalen erschütterte Bank saniert werden. Künftig wird sich die Deutsche Bank aus dem weltweiten Aktiengeschäft zurückziehen und ihr Handelsgeschäft verkleinern – und sich vor allem auf das Kundengeschäft konzentrieren.  

Die Kosten für den Umbau in Höhe von insgesamt rund 7,4 Milliarden Euro will die Bank aus eigener Kraft finanzieren. Nach eigenen Angaben hatte die Deutsche Bank allein im zweiten Quartal einen Verlust von 3,15 Milliarden Euro verzeichnet. Das Minus war viel größer als erwartet, ursprünglich hatte das Management mit 2,8 Milliarden Euro Verlust gerechnet.