Nachdem Microsoft den Zuschlag für einen Cloud-Computing-Auftrag von der US-Regierung bekommen hatte, hat der Onlineversandhändler Amazon Klage gegen das Verteidigungsministerium eingereicht. Das teilte ein Unternehmenssprecher mit. Im Vergabeverfahren habe es "klare Mängel, Fehler und unverkennbare Voreingenommenheit" gegeben. Die Vergabe von Regierungsaufträgen müsse "frei von politischem Einfluss" geschehen.

Der genaue Inhalt der Klage ist nicht bekannt. Amazon strebe eine gerichtlich angeordnete Geheimhaltung für seine Einreichungen an, hieß es. Dem Konzern zufolge geht es um "geschützte Informationen, Geschäftsgeheimnisse und vertrauliche Finanzinformationen", deren Veröffentlichung für jede der Parteien von Nachteil sei.

Dem Verteidigungsministerium zufolge wird sich Microsoft im Zuge des vergebenen Auftrags "entscheidenden und dringenden Anforderungen" an die moderne Cloud-Infrastruktur des Pentagons annehmen. In dem Vertrag sei eine Obergrenze von umgerechnet bis zu rund neun Milliarden Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren festgeschrieben. Fest vereinbart seien zunächst umgerechnet rund 900.000 Euro innerhalb von zwei Jahren.

Um den Auftrag hat sich unter anderem Amazon beworben. Amazon Web Services sei der klare Marktführer im Cloud-Computing und eine detaillierte Bewertung der Angebote führe eindeutig zu einem anderen Schluss, sagte Amazon-Sprecher Drew Herdener nach der Vergabe an Microsoft. Das Pentagon bezeichnete das Vergabeverfahren als "fair".

US-Präsident Donald Trump übt regelmäßig Kritik an Amazon-Chef Jeff Bezos. Bezos ist Eigentümer der Washington Post, die kritisch über Trump berichtet.