Die Gewerbeimmobilienkonzerne Aroundtown und TLG treiben ihre geplante Fusion voran. Beide Seiten einigten sich darauf, dass die TLG-Aktionäre für jeden ihrer Anteilsscheine 3,6 Aroundtown-Aktien erhalten, wie die Unternehmen mitteilten. Gemessen am Schlusskurs vom Montag bietet die deutlich größere Aroundtown damit 3,1 Milliarden Euro für die Berliner TLG – ein Aufschlag von 3,2 Prozent. Die TLG-Aktie gewann an diesem Dienstag 1,7 Prozent, die Aroundtown-Aktie verlor rund 0,5 Prozent.

Die TLG war Anfang September mit einer Milliarde Euro bei Aroundtown eingestiegen und hatte damit die Verhandlungen über einen Zusammenschluss angestoßen. Gemeinsam unterhalten TLG und Aroundtown vorwiegend Büros und Hotels mit einem Gesamtmarktwert von 25 Milliarden Euro. Sie sind in diversen deutschen Städten sowie in den Niederlanden vertreten. Zuletzt hatte Aroundtown sieben Center-Parcs-Feriendörfern für rund 900 Millionen Euro gekauft. Zudem ist der Konzern mit knapp 39 Prozent an Grand City Properties beteiligt. Das Wohnimmobilienunternehmen hatte zuletzt rund 76.000 Wohnungen vor allem in Nordrhein-Westfalen und Berlin besessen.

Von der Fusion versprechen sich die Unternehmen niedrigere Finanzierungskosten und Einsparungen etwa durch einen gemeinsamen Betrieb und eine gemeinsame Unternehmenszentrale. Dies soll zu einer Steigerung des operativen Ergebnisses vor Steuern von 110 bis 139 Millionen Euro pro Jahr innerhalb der ersten fünf Jahre nach dem Zusammenschluss führen.

Das zusammengeführte Unternehmen soll seine deutsche operative Hauptverwaltung weiterhin in Berlin haben und einen neuen Namen bekommen. Sobald Aroundtown die Mehrheit an TLG Immobilien hält, darf diese den Finanzchef und den Verwaltungsratschef nominieren. Kommt Aroundtown auf mehr als 66 Prozent, stellt die TLG zudem den Co-Vorstandschef. Das offizielle Übernahmeangebot will Aroundtown in den kommenden Wochen vorlegen. Das freiwillige Angebot an die Aktionäre werde voraussichtlich keiner Mindestannahmeschwelle unterliegen, wie die Unternehmen mitteilten.

Sollte das Vorhaben gelingen, würde der europaweit größte Anbieter von Bürohäusern entstehen. Gemessen an der Bilanzsumme bildeten die beiden Unternehmen zusammen zudem den drittgrößten europäischen Immobilienkonzern nach Unibail-Rodamco-Westfield und Vonovia.