Daimler-Chef Ola Källenius will mit seinem Sparprogramm bei den Führungskräften des Autobauers ansetzen. Laut Betriebsrat sollen weltweit 1.100 Stellen auf den verschiedenen Management-Ebenen abgebaut werden. Etwa jeder zehnte leitende Angestellte sei davon betroffen.

Mit dem Abbau will das Unternehmen das angekündigte Sparprogramm umsetzen. Laut Brecht habe Källenius Anfang der Woche in einer internen Führungskräfteveranstaltung erstmals eine konkrete Zahl zu seinen Sparplänen genannt.

Um Personalkosten zu reduzieren, habe die Unternehmensleitung zudem vorgeschlagen, mögliche Tariferhöhungen aus der im Frühjahr 2020 anstehenden Tarifrunde nicht zu übernehmen. "Dies haben wir kategorisch abgelehnt", sagte Brecht der Süddeutschen Zeitung. Diese Forderung löse "zu Recht Emotionen und hohes Unverständnis aus". Er sehe zwar die "schlechte Finanzsituation" sowie die Notwendigkeit von umsichtigen Maßnahmen – "unverhältnismäßige Forderungen" aber nützten niemandem.

Ein Daimler-Sprecher teilte auf Anfrage mit, man äußere sich nicht zu Spekulationen. Der Konzern arbeitet demnach aber "an der Analyse der Kosten, der Prozesse und der Geschäftspotenziale". Jedes Geschäftsfeld sei davon betroffen, auch spartenübergreifende Bereiche. Die Analysen dauerten noch an. Der Konzern befinde sich in einem "konstruktiven Dialog" mit den Arbeitnehmervertretern.

Konjunktur, Dieselskandal und E-Mobilität machen Probleme

Grund sei das wirtschaftliche und politische Umfeld, welches die Automobilbranche weltweit vor große Herausforderungen stelle. Details zur strategischen Ausrichtung will Daimler kommende Woche auf den Capital Market Days in London und New York vorstellen.

Den Sparkurs hatte Källenius' Vorgänger Dieter Zetsche Anfang des Jahres vorgegeben. Die allgemein schwache Autokonjunktur, Produktionsprobleme, hohe Kosten für Rückrufe und Sorgen mit dem Diesel sowie die immensen Ausgaben für Elektromobilität und Zukunftstechnologien wie das autonome Fahren machten und machen Daimler zu schaffen. Vor allem das erste Halbjahr lief nicht gut.

Daimler hat gut 178.000 Beschäftigte in Deutschland. Betriebsbedingte Kündigungen hat der Konzern bis Ende des kommenden Jahrzehnts ausgeschlossen, auch Abfindungsprogramme oder ähnliches soll es nicht geben. Damit sei nicht ausgeschlossen, dass der Konzern zum Beispiel freiwerdende Stellen nicht nachbesetzt. Punktuelle Ausscheidungsvereinbarungen für Beschäftigte im indirekten Bereich, also zum Beispiel in der Verwaltung, könne man durchaus auch diskutieren, schrieb Brecht.