Der Elektroauto-Hersteller Tesla darf für sein neues Werk in Brandenburg mit Geld aus Brüssel rechnen. Davon geht Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) aus. "Wir bewegen uns im beihilferechtlichen Rahmen der Europäischen Union", sagte Woidke in einem Interview mit dem Rundfunksender RBB. "Wir werden natürlich das Unsere tun, um da entsprechend dieser Möglichkeiten gute Bedingungen für Tesla zu schaffen." 

Um welche Summe es dabei geht, wollte Woidke nicht sagen. Auch bei der Zahl der neuen Arbeitsplätze hielt er sich bedeckt und sprach lediglich von "deutlich mehr als ein paar hundert" Stellen.

Aus der Staatskanzlei soll Tesla nach Angaben von Woidke ebenfalls Unterstützung bekommen: Eine eigene Taskforce solle alle Fragen rund um das geplante Projekt klären. Der Ministerpräsident sagte, er sei an den Verhandlungen mehrere Monate lang beteiligt gewesen und habe diesen kurzen Draht direkt mit Tesla-Chef Elon Musk vereinbart. Nun müssten "die Planungsunterlagen erarbeitet und genehmigungsfähig vorgelegt werden. Es muss alles den verwaltungsrechtlichen Gang gehen", sagte Woidke dem Sender.

Musk hatte am Dienstagabend angekündigt, sein neues Werk in Brandenburg anzusiedeln. Es wäre die erste Autofabrik des E-Auto-Pioniers in Europa. Gebaut werden sollen dort laut Musk Autos, Batterien und sogenannte Antriebsstränge. Dazu gehören der Motor und alle Teile, die dafür sorgen, dass sich das Auto mit der Kraft des Motors fortbewegt. Die sogenannte Gigafactory im Berliner Umland wird das vierte derartige Werk des Unternehmens nach denen im US-Bundesstaat Nevada, in New York und in Shanghai sein.

Tesla ist aktuell Marktführer bei reinen Elektroautos in Deutschland. Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden von Anfang des Jahres bis Ende Oktober 9.301 E-Autos von Tesla neu zugelassen – ein Marktanteil von 17,6 Prozent. Auf Platz zwei folgt Renault mit 8.330 Neuzulassungen, gefolgt von BMW mit 7.957 und Volkswagen mit 6.208. Das am häufigsten neu zugelassene Elektroauto in Deutschland ist der Renault Zoe.