Daimler will in seiner Autosparte in den kommenden drei Jahren mehr als eine Milliarde Euro an Personalkosten einsparen. Wie der Konzern mitteilte, sollen dazu sowohl im Management als auch in den sogenannten indirekten Bereichen, also der Verwaltung, Stellen abgebaut werden. Zudem sollen die Investitionen gedeckelt und auf lange Sicht reduziert werden.

"Mit einer klaren Zukunftsstrategie stellen wir das Unternehmen für die Transformation auf", wird Vorstandschef Ola Källenius in der Mitteilung zitiert. Darin begründet er die Einsparungen vor allem mit den gestiegenen Kosten zur Erreichung der CO2-Ziele". Diese erforderten "umfassende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in allen Bereichen", wie "die Verschlankung unserer Prozesse und Strukturen".

Källenius folgt Zetsches Sparkurs

Details zur Zahl der Stellenstreichungen teilte der Konzern nicht mit. Man befinde sich in engem Austausch mit den Arbeitnehmervertretern, hieß es.

Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht hatte Ende vergangener Woche die Zahl von 1.100 Stellen genannt, die im Management wegfallen sollen. Etwa jeder zehnte leitende Angestellte sei davon betroffen, hieß es. Weitere Sparpläne, etwa die, mögliche Tariferhöhungen aus der im Frühjahr 2020 anstehenden Tarifrunde nicht zu übernehmen, lehnen die Gewerkschaften ab. Solche Forderungen lösten "zu Recht Emotionen und hohes Unverständnis aus", sagte Brecht der Süddeutschen Zeitung. Er sehe zwar die "schlechte Finanzsituation" sowie die Notwendigkeit von umsichtigen Maßnahmen – "unverhältnismäßige Forderungen" aber nützten niemandem.

Mit seinen Sparplänen setzt Källenius den Kurs seines Vorgängers Dieter Zetsche fort. Daimler machen dabei vor allem die allgemein schwache Autokonjunktur, Produktionsprobleme, hohe Kosten für Rückrufe und Sorgen mit dem Diesel sowie die immensen Ausgaben für Elektromobilität und Zukunftstechnologien wie das autonome Fahren zu schaffen. Entsprechend negativ fiel die Bilanz des ersten Halbjahres aus.