UFO-Streik - Flugbegleiter der Lufthansa streiken In München und Frankfurt haben Flugbegleiter der Lufthansa einen zweitägigen Streik begonnen. Insgesamt 1.300 von rund 6.000 Flügen müssen deshalb ausfallen. © Foto: Reuters/Djordje Kojadinovic

Bei der Lufthansa hat in der Nacht zu Donnerstag der 48-Stunden-Streik der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter begonnen. Der zweitägige Ausstand habe wie angekündigt um Mitternacht begonnen, sagte ein Sprecher der Flugbegleitergewerkschaft UFO. Am Donnerstag und Freitag fallen daher voraussichtlich 1.300 Flüge aus, 180.000 Passagiere sind betroffen. Bis einschließlich 9 Uhr sind mehr als 40 Flüge annulliert worden. 15 Flüge wurden allein bis 7 Uhr gestrichen.

Nicoley Baublies, ein Sprecher der Gewerkschaft, sagte, kurz nach der aufgehobenen Nachtruhe sei es "immer noch relativ ruhig" in Frankfurt und München. "Die ersten Kollegen, die jetzt zur Arbeit hätten kommen müssen, sind nicht erschienen. Die ersten Kollegen, die aus dem Ausland gekommen sind, haben sich schon den Streikaktivitäten angeschlossen." Zwischen 10 und 11 Uhr soll es am Münchener Flughafen eine Kundgebung der Flugbegleiter geben.

Auch Zubringerflüge von den kleineren deutschen Flughäfen bleiben am Boden. Den Kunden wurden Umbuchungen auf andere Gesellschaften und Tage sowie im innerdeutschen Verkehr auf die Bahn angeboten. Die Gewerkschaft UFO will am Donnerstag am Flughafen München für die Belange der rund 21.000 Flugbegleiter bei der Lufthansa-Kernmarke demonstrieren. Am Freitag ist eine Kundgebung vor der Frankfurter Konzernzentrale am Flughafen geplant. Die Gewerkschaft kündigte außerdem an, den Arbeitskampf auf bis zu vier weitere Flugbetriebe mit deutschem Tarifrecht auszuweiten. Davon könnten vor allem Eurowings-Flüge betroffen sein.

800 Flüge allein in Frankfurt gestrichen

Die Lufthansa strebt nach Angaben von Vorstandschef Carsten Spohr nun eine Schlichtung mit der Flugbegleitergewerkschaft an. Das Unternehmen wolle mit allen drei Gewerkschaften der Kabine Gespräche aufnehmen, sagte Spohr. "Dieses schließt ausdrücklich auch wieder Gespräche mit der UFO ein – mit dem Ziel, im Interesse unserer Kunden und Mitarbeiter die gestern von der UFO angebotene Schlichtung zu vereinbaren." Zuvor war das Unternehmen mit dem Versuch gescheitert, die Arbeitsniederlegungen gerichtlich zu stoppen. Diese sei rechtmäßig, urteilten die Richter.

UFO hatte zu dem Arbeitskampf aufgerufen, weil schon seit Längerem mehrere Tarifverträge gekündigt sind, Lufthansa aber Verhandlungen mit der Gewerkschaft verweigert. Das Unternehmen ist der Auffassung, dass der neue Gewerkschaftsvorstand nicht vertretungsberechtigt ist. Die Urabstimmung sei nicht ordnungsgemäß abgelaufen. Die Richter erklärten jedoch, die Frage der Vertretungsbefugnis müsse in einem anderen Verfahren geklärt werden und stehe einem Streik nicht entgegen. Es sei außerdem allein Angelegenheit der Gewerkschaft, wie sie zu einem Streikbeschluss komme.

UFO will unter anderem über höhere Spesensätze, Zulagen und höhere Gehälter in der Wintersaison verhandeln. Die Forderung nach einer Gehaltserhöhung um 1,8 Prozent hatte Lufthansa mit einer freiwilligen Erhöhung um zwei Prozent bereits erfüllt.

Der Konzern hat für den ersten Streiktag bei seiner Hauptmarke Lufthansa rund 700 der weltweit 1.100 geplanten Flüge gestrichen, sodass an den Drehkreuzen München und Frankfurt viele Maschinen am Boden bleiben und auch ein Großteil der lukrativen Überseeflüge ausfallen müssen. Allein am Frankfurter Flughafen seien an beiden Streiktagen 800 Flüge gestrichen worden, so ein Lufthansa-Sprecher.