Pauschalreise-Kunden des insolventen deutschen Reisekonzerns Thomas Cook werden nur einen Teil ihrer Kosten von der Versicherung erstattet bekommen. Die Schadenssumme liegt nach vorläufigen Berechnungen mit 287,4 Millionen Euro deutlich über der versicherten Summe von 110 Millionen Euro, wie der Versicherer Zurich mitteilte.

Von der Haftungssumme von 110 Millionen Euro hätten bereits 59,6 Millionen Euro aufgewendet werden müssen, um Urlauber nach Hause zu holen, hieß es weiter. Somit blieben 50,4 Millionen Euro übrig. Für Kundinnen bedeutet das, dass weniger als ein Fünftel der Schäden noch gedeckt ist. "Daraus ergibt sich eine Quote in Höhe von 17,5 Prozent für die Regulierung der Ansprüche der Thomas-Cook-Kunden."

Die Bundesregierung hatte angekündigt, Pauschalurlaubern helfen zu wollen: "Schäden, die nicht von anderer Seite ausgeglichen werden, wird der Bund ersetzen", hieß es. Den Thomas-Cook-Kundinnen solle angeboten werden, die Differenz zu der Summe, die sie vom Versicherer Zurich "oder von anderer Seite zurückerhalten haben, auszugleichen".

Die deutsche Thomas Cook hatte am 25. September einen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen hatte schrittweise alle gebuchten Reisen abgesagt, zuletzt auch Urlaube mit Abreisedatum vom 1. Januar 2020 an, auch wenn sie bereits ganz oder teilweise bezahlt worden waren.

Nach jüngsten Angaben der Insolvenzverwalter sind 525.000 Urlauberinnen und Urlauber von dem Reisestopp betroffen. Es handelt sich dabei allerdings nicht ausschließlich um Pauschalurlauber. Zur genauen Zahl der Pauschalreisenden wurden keine Angaben gemacht.