Der US-Flugzeughersteller Boeing hat das Jahr 2019 mit starken Geschäftseinbußen abgeschlossen. Ein Grund dafür dürften die weltweiten Flugverbote für die Baureihe 737 Max nach zwei Abstürzen sein. Erstmals seit Jahrzehnten sanken die Aufträge in der Verkehrsflugzeugsparte sogar, wie das Unternehmen in Chicago mitteilte. So waren nach Abzug der Stornierungen lediglich 54 Neuaufträge zu verbuchen. Zum Vergleich: Der europäische Rivale Airbus kam auf netto 768 Bestellungen.

Nach zwei Abstürzen des bis dahin gefragtesten Modelltyps 737 Max in Indonesien und Äthiopien, bei denen innerhalb weniger Monate insgesamt 346 Menschen starben, darf Boeings Bestseller seit Mitte März 2019 nicht mehr abheben. Die Auslieferungen brachen deshalb drastisch ein, im gesamten Jahr wurden nur 380 Verkehrsflugzeuge an die Kundschaft gebracht – über 50 Prozent weniger als im Vorjahr. Airbus lieferte dagegen mit 863 Flugzeugen so viele aus wie nie zuvor und setzte sich damit wieder an die weltweite Branchenspitze.

Ob und wann die 737-Max-Maschinen wieder abheben dürfen, ist derweil unklar. Wegen der großen Ungewissheit um eine Wiederzulassung musste die Produktion gestoppt werden. An diesem Dienstag sagte die Fluglinie American Airlines alle Flüge mit ihnen bis einschließlich Juni ab. Zuvor hatte United Airlines die 737 Max bereits bis dahin aus der Planung genommen, Southwest Airlines geht von einem Ausfall bis zum 13. April aus. 

Boeing-Chef Dennis Muilenburg wurde im Dezember gefeuert. Sein Nachfolger David Calhoun trat am Montag sein Amt an. Nach Einschätzung von Analysten schreibt Boeing wegen des Flugverbots pro Monat rund eine Milliarde Dollar Verlust. Die Zahlen für das vierte Quartal sollen am 29. Januar veröffentlicht werden.