Siemens hat angekündigt, bis Montag darüber zu entscheiden, ob der Auftrag zur Lieferung einer Zugsignalanlage für ein Kohlebergwerk in Australien ausgeführt wird. Das sagte Konzernchef Joe Kaeser in Berlin nach einem Gespräch mit der Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer. Das vom indischen Industriekonzern Adani geplante Kohlebergwerk in Australien soll eines der größten der Welt werden, der deutsche Konzern ist an der Entstehung beteiligt.

Es gebe unterschiedliche Interessenlagen von Aktionären, Kunden und auch der Gesellschaft, sagte Kaeser. Siemens müsse früher erkennen, wenn sich der Konzern an kritischen Projekten beteilige.

Siemens - "Wir müssen unsere vertraglichen Bedingungen erfüllen." Siemens wird sich am Bau der umstrittenen Kohlemine in Australien beteiligen. Fridays for Future ruft spontan zu Demonstrationen auf und kündigt weitere Proteste an. © Foto: Reuters TV

Das Projekt wird auch wegen der Feuer in Australien zunehmend kritisiert. Organisationen wie Fridays for Future (FFF) haben Siemens aufgefordert, aus dem Projekt auszusteigen. Kaeser hatte Neubauer, das Gesicht von FFF in Deutschland, deshalb zu einem Gespräch eingeladen.

Kaeser bot ihr einen Sitz in einem Aufsichtsgremium der künftigen Siemens Energy AG an. Ob es der Aufsichtsrat oder ein anderes Gremium sei, könne Neubauer selbst entscheiden, sagte Kaeser. "Ich möchte, dass die Jugend aktiv sich beteiligen kann. Der Konflikt zwischen Jung und Alt muss gelöst werden." Siemens will sein Energiegeschäft im Frühjahr als Siemens Energy abspalten und voraussichtlich im September an die Börse bringen. Neubauer wollte sich zunächst nicht zu dem Angebot äußern.