Der Energiekonzern RWE seine Jahresprognose an. Der Konzern erwarte für 2022 einen bereinigten operativen Ertrag von fünf bis 5,5 Milliarden Euro statt wie bisher 3,6 bis vier Milliarden Euro, teilte RWE mit. Im Kerngeschäft rechne RWE mit einem bereinigten Ebitda – also Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen – von 4,3 bis 4,8 Milliarden Euro. Zuvor hatte der Konzern 2,9 bis 3,3 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Als Grund nannte der Konzern eine "starke operative Performance" im Segment Wasser/Biomasse/Gas sowie im Unternehmensbereich Energiehandel. Hier sei "ein außerordentlich gutes Ergebnis" erzielt worden. Einzelheiten will RWE am 11. August bei der Vorlage der Halbjahreszahlen nennen.

Auch im kommenden Jahr erwartet RWE "eine Fortsetzung der positiven Ergebnisentwicklung". Wegen der aktuellen Unsicherheiten soll aber eine neue Ergebnisprognose für 2023 erst zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden.

Mehr Einnahmen durch Windparks auf See als erwartet

In den ersten sechs Monaten wuchs RWE. Im Kerngeschäft summierte sich das bereinigte Ebitda auf 2,357 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte. Die Windparks auf See verdienten durch einen neuen Windpark und bessere Windverhältnisse von Januar bis Juni mehr. Auch die Windparks an Land und das Solargeschäft liefen besser als vor Jahresfrist. 

Im Energiehandel legte RWE ebenfalls zu. Mit Kohle und Kernenergie verdiente RWE abseits des Kerngeschäfts ebenfalls Geld. Unter dem Strich blieb insgesamt nach vorläufigen Zahlen ein bereinigtes Nettoergebnis von 1,5 Milliarden Euro nach 870 Millionen vor Jahresfrist.

Auswirkungen des Krieges in der Ukraine bekommt aber auch RWE zu spüren. Da der Konzern infolge britischer Sanktionen keine russische Kohle mehr annimmt, musste er auf den langfristigen Bezugsvertrag 850 Millionen Euro abschreiben.