Der deutsche Chemiekonzern BASF hat seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das Jahr 2019 deutlich gesenkt. Während im Februar noch ein moderater Anstieg des Umsatzes von einem bis fünf Prozent erwartet worden war, sei nun mit einem Rückgang des Umsatzes zu rechnen, hieß es von dem Unternehmen. Das Geschäftsergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen, das sogenannte Ebit, werde noch geringer ausfallen: Nach aktuellen Vorhersagen könnte dieser operative Gewinn bis zu 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen.

Grund für die pessimistische Prognose sollen die insgesamt schwächere Weltkonjunktur und die globalen Handelskonflikte sein. Das Unternehmen verwies auf die weltweit besonders stark ausgefallenen Wachstumseinbußen in der Automobilindustrie, allen voran in China. Zusätzlich belaste die schwache Entwicklung des nordamerikanischen Agrarsektors den Konzern, der unter anderem Pflanzenschutzmittel herstellt. Dafür seien vor allem die schwierigen Witterungsbedingungen verantwortlich.

Die Leitung von BASF habe zu Jahresbeginn außerdem angenommen, die Handelskonflikte zwischen den USA und China würden zu einer Lösung kommen. Da das nicht eingetreten ist, sei die Unsicherheit in der Industrieproduktion weiter sehr hoch.

Diese Entwicklung bildeten auch die vorläufigen Zahlen von BASF zum zweiten Quartal ab: Der Umsatz sei in diesem Zeitraum um vier Prozent auf 15,2 Milliarden Euro gesunken, der operative Gewinn sogar um 47 Prozent auf rund eine Milliarde. Nach Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen sank der BASF-Aktienkurs um sechs Prozent. Am 25. Juli will der Konzern die endgültigen Zahlen vorstellen.

Erst Ende Juni hatte BASF ein Sparprogramm angekündigt. Demnach sollen bis Ende 2021 weltweit 6.000 Stellen wegfallen, das betrifft knapp fünf Prozent der 122.000 Angestellten. Die Hälfte der Stellen soll in Deutschland eingespart werden, hauptsächlich am Heimatstandort Ludwigshafen.