Ein paar Schrottberge und ein rostiger alter Kohlenschuppen – viel mehr ist von dem Kraftwerk nicht übrig geblieben, das vor ein paar Jahren noch wie ein riesiger Rauch speiender Drache die Luft verpestete.

Die Anlage stand inmitten von Tongliang, einer grauen 100.000-Einwohner- Stadt im südlichen Zentralchina. Als wir auf den Schuppen zugehen, verbellt uns wütend ein Schäferhund an einer Eisenkette. In der offenen Tür taucht ein kleines Gesicht mit dunklen Augen auf: ein Mädchen, höchstens sieben Jahre alt, in einem dreckigen Hemd. Es hält eine Katze im Arm, die fortspringt und sich vor uns unter einer Betonplatte versteckt. Das Kind wohnt hier offenbar. Hinten in dem dunklen Raum bemerken wir einen Mann, der uns beobachtet.

Der kommunalen Abordnung, die uns durch das ehemalige Fabrikgelände führt, ist die Situation sichtlich peinlich. Schnell versucht man uns weiterzulotsen zu einem na- hen Büro, wo uns die Leute das Modell einer Wohnanlage zeigen möchten, die auf dem Grundstück geplant ist. Sie soll 900 nach dortigen Standards hochwertige Wohnungen bereitstellen. Doch Frederica Perera lässt sich nicht ablenken. Sie geht auf das Kind zu, lächelt und begrüßt es mit einem freundlichen "Ni hao". Das Mädchen lächelt zurück, verzieht...

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