Wenn wir uns Wissenschaftler bei der Arbeit vorstellen, ist die erste Assoziation meist das Labor. In unserer Vorstellung beherrschen Mikroskope, Petrischalen und Reagenzgläser die Arbeitswelt der Forscher – und vielleicht noch ein paar chaotisch anmutende Diagramme auf einem Computer-Bildschirm.

Für das Projekt "Science TV" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) haben zehn Forscherteams eine Kamera in die Hand genommen und ihren Arbeitsalltag dokumentiert. Herausgekommen sind dabei spannende Kurzfilme über Biologen, die nach Wasservögeln tauchen, Materialforscher, die Beton gießen – oder Mediziner, die Demenz an Zebrafischen erforschen.

ZEIT ONLINE zeigt in den kommenden Monaten diese Filme in einer neuen Videoreihe. Los geht es mit der Arbeit eines Biologen-Teams von der Universität Konstanz, das am Bodensee die Ernährungsweise von Wasservögeln studiert.

Bis zu einer viertel Million Vögel überwintern am Bodensee, wie monatliche Zählungen im Winterhalbjahr gezeigt haben. So viele Vögel brauchen eine Menge Nahrung, und daher spielen die Wintergäste im Ökosystem Bodensee eine bedeutende Rolle. In den Wintermonaten fressen sie zum Beispiel die Armleuchteralgen im Bodensee an manchen Stellen bis in zwei Metern Tiefe. Diese weltweit verbreiteten Grünalgen wachsen in großen Teilen des Sees.