Das Bakterium Cupriavidus metallidurans lebt nicht bloß auf Gold-Nuggets – es kann sogar winzige Goldkörnchen herstellen. Bislang war umstritten, ob Gold überhaupt unter Beteiligung organischer Stoffe entstehen kann.

Es ist schon eine Weile bekannt, dass Bakterien Metall-Ionen, also einzelne geladene Teilchen, in echte Metalle wie Zink oder Kupfer umwandeln können. "Dass es aber ein Bakterium gibt, das auch Gold-Ionen in winzige Nuggets umwandelt, ist eine absolute Überraschung", sagt der Mikrobiologe Dietrich Nies von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Gemeinsam mit Frank Reith von der australischen Universität Adelaide und anderen Forschern hatte er die Gold-Umwandlung durch die Bakterien entdeckt – die Arbeit wurde im Magazin PNAS  veröffentlicht.

Die Bakterien haben durch diese Fähigkeit einen Überlebensvorteil: Sie können, ohne sich zu vergiften, auch dort leben, wo die giftigen Gold-Ionen vorkommen. Damit hat sich Cupriavidus metallidurans einen außergewöhnlichen Lebensraum erschlossen, denn Gold kommt in der Natur nur sehr selten vor.

Das entstehende Edelmetall lagern die Bakterien zwischen zwei Membranen am Rande ihrer Zelle ab. Die Körnchen sind winzig, nur zehn Nanometer groß. "Wenn die Bakterien einen halben Meter groß wären, wären diese Körnchen so groß wie ein Tennisball", sagt Nies.

Allerdings müsste man 1000 Bakterien nebeneinander legen, damit sie etwa einen Millimeter messen würden, erklärt der Forscher. Die Bakterien sind mit bloßem Auge nicht zu sehen, und die Goldkörnchen sind so klein, dass man sie nicht einmal unter dem Mikroskop erkennt. "Dafür sind höher auflösende Techniken nötig."

So klein die Gold-Nuggets auch sind, sie beweisen erstmals, dass Gold durch Bakterien auf biochemischen Weg entstehen kann, erklärt Wolfgang Zimmermann , vom Institut für Biochemie an der Universität Leipzig . "Die Beteiligung von Mikroorganismen im Stoffkreislauf von Gold in der Natur ist bisher widersprüchlich diskutiert worden", sagt er. "Die meisten Wissenschaftler haben bisher abiotische Prozesse, also Prozesse, bei denen Bakterien keinen Einfluss haben, für die Entstehung von metallischem Gold verantwortlich gemacht." Diese Annahme müsse nun überdacht werden.