Stattlich steht er da, der Husar – gekleidet in leuchtend rotem Gewand, bewaffnet mit einem Säbel und Zähnen aus Holz. Er ist ein Nussknacker nach dem Vorbild des Königsnussknackers von 1870, den der Zimmermann Friedrich Wilhelm Füchtner aus Seiffen im Erzgebirge erstmals gedrechselt hatte.

Dank dessen Idee begann damals eine neue Ära der Nussknacker. Denn traditionell wurden die kräftigen Holz-Kerle in aufwendiger Kleinstarbeit per Hand geschnitzt und nicht auf der Drehbank gefertigt.

Um einen gedrechselten Nussknacker wie jene aus dem Erzgebirge herzustellen, braucht es bis zu 130 Arbeitsschritte. Die Gestalt wird aus ungefähr 60 Einzelteilen zusammengesetzt und anschließend mit Fell, Leder und Schnüren dekoriert. Wer den ersten figürlichen Nussknacker entwickelte, ist unbekannt.

Folgendes ließ sich jedoch rekonstruieren: Die Entstehungsgeschichte der Nussknacker begann – simpel aber effektiv – mit zwei Steinen. Eine Weiterentwicklung war bereits der älteste bekannte Nussknacker, ein gegeneinander bewegliches Händepaar aus Bronze, das um 300 vor Christus in Tarent in Italien zum Nüsseknacken benutzt wurde.

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Den ersten Zangen-Nussknacker schreibt die Literatur dem griechischen Philosophen Aristoteles zu, da er verkündete, dass sich das Hebel-Prinzip für diesen Zweck bestens eignen würde. Im Mittelalter waren dann vor allem hölzerne Nusszangen beliebt, welche auch Nussbrecher heißen und kunstvoll verziert wurden.

Die älteste Nussknacker-Figur stammt aus dem Jahr 1591 und befindet sich heute im Wiener Völkerkundemuseum. Sie stellt einen Bettelmönch dar – neben König-, Förster- und Soldaten-Abbildern eine typische Form für die damalige Zeit.

Heute gibt es Nussknacker aus Glas, Kunststoff oder Metall, geformt als Fernsehstar oder Politiker. So ist zwar aus DDR-Zeiten, als die Holz-Kerle zum Exportprodukt wurden, kein Honecker-Nussknacker bekannt, durchaus aber ein Helmut-Kohl-Exemplar, ein absurd anmutender Golfkrieger oder neueren Datums eine Hillary-Clinton-Figur – eigens hergestellt für die USA.

Die Legende besagt, dass die Nussknacker als Repräsentanten der Obrigkeit den einfachen Leuten zu Diensten sein sollten. August der Starke und Hillary Clinton wird demnach nicht etwa Anerkennung, sondern vielmehr Häme zuteil: Schließlich müssen sie die ganze Adventszeit über einen Sklavendienst für das Volk leisten und haben in Zeiten der Wirtschaftskrise die sprichwörtlichen "harten Nüsse" zu knacken.

Hinter dem Türchen vom 1. Dezember verbirgt sich die Antwort auf die Frage: Woher kommt der Adventsbrauch?