Während Christen und Heiden Weihnachten mit Geschenken, allerhand Lebkuchen und einem Tannenbaum begehen, wird in jüdischen Familien im Dezember Chanukka gefeiert – das Fest, mit dem an die Wiedereinweihung des Tempels zu Jerusalem erinnert wird.

Durch das Zusammenleben von Juden und Christen ist in manchen Familien über die Jahre jedoch ein Mix aus beiden Festen entstanden, der von traditionsbewussten Juden unter dem Namen "Weihnukka" belächelt wird. Kluge Köpfe haben darin schon eine Marktlücke entdeckt: So gibt es heutzutage zum Beispiel Christbaumkugeln mit Davidstern zu kaufen.

In einigen muslimischen Haushalten in Europa oder den USA haben sich ebenfalls Weihnachtsbräuche eingeschlichen. Da die Geburt Jesus Christus' im Koran ausführlich beschrieben wird, ist den Muslimen der Ursprung des christlichen Festes nicht fremd. So kommt durchaus eine Gans auf den Tisch und die Kinder bekommen Geschenke – nicht zuletzt, damit kein Neid auf die christlichen Klassenkameraden aufkommt.

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Auch in der christlichen Welt wird Weihnachten mit unterschiedlichen Bräuchen, meist keltischen oder germanischen, verknüpft. Eines dieser Relikte ist der "Weihnachtsklotz", ein Holzscheit, den die Menschen früher in der dunklen Jahreszeit verbrannten, um böse Geister zu vertreiben.

Im Balkan wird diese Tradition fortgesetzt – dort verbrennen die Menschen den "Badnjak". In Frankreich ist aus dem Holzklotz inzwischen ein Kuchen geworden, der "bûche de noël" – meist eine Biskuitrolle mit Schokolade.

In Schweden und in einigen anderen skandinavischen Ländern beginnt die Weihnachtszeit bereits am 13. Dezember mit den Santa-Lucia-Umzügen, bei denen die Mädchen in weiße Gewänder gekleidet sind, mit Kerzen erleuchtete Kränze auf dem Kopf tragen und ihren Familien Gebäck bringen.

In der Sowjetunion waren nach der Oktoberrevolution religiöse Feste verboten. 1991 jedoch erklärten die Russen den 7. Januar wieder offiziell zum Feiertag. An diesem Datum feiern sie das "Fest der Erscheinung des Herrn", das unserem Weihnachtsfest recht nahe kommt. Die Geschenke bringt Väterchen Frost ("Dyed Maroz") zusammen mit seiner Enkelin "Snegurotschka" (Schneeflocke) allerdings nicht am Heiligabend, sondern erst zu Silvester.

Hinter dem Türchen vom 6. Dezember verbirgt sich die Antwort auf die Frage: Wer war Sankt Nikolaus ?