Weder das locker leichte Popcorn im Kino noch die wenig spektakulären Maisfelder an unseren Straßen lassen es erahnen: Der Mais hat es in sich! In anderen Teilen der Welt dient er nicht der kulinarischen Untermalung in dunklen Kinosälen, sondern als Hauptnahrungsquelle für viele Menschen.

In den Zellen der unscheinbaren Pflanze steckt ähnlich viel Erbinformation wie in unseren eigenen. In seiner Bedeutung für die Ernährung der Weltbevölkerung und unter genetischen Gesichtspunkten ist der Mais ein echtes Schwergewicht. Nicht ohne Grund erreicht uns die Nachricht, dass der Bauplan des Maises vollständig bekannt ist, erst jetzt, acht Jahre nachdem das menschliche Erbgut entschlüsselt wurde.

Mehr als 100 Forscher in einem Team um den US-Wissenschaftler Patrick S. Schnable von der Universität Iowa arbeiteten an der Sequenzierung der 2,3 Milliarden Buchstaben der Erbinformation, die den Mais zu dem machen, was er ist. Mit seinem Genom sind es nun drei große Nutzpflanzen, deren genetischer Code bekannt ist: Reis und Hirse waren bereits entschlüsselt, haben aber auch einen wesentlich kleineren und einfacheren genetischen Code. Die Erbinformation in den Maiszellen zu entziffern glich einem Puzzle mit fast identischen Teilen. Viele Abfolgen der Buchstaben, die den genetischen Code bilden, sind gleich und verteilen sich in Tausenden Wiederholungen über das ganze Erbgut.

Gegner der grünen Gentechnik dürfte dieser Erfolg, der jetzt im Magazin Science vermeldet wurde, kaum begeistern – denn er macht den Weg frei für die Entwicklung neuer gentechnisch veränderter Sorten.