Was war denn das? Um den Bildungsgipfel 2009 in seiner ganzen Peinlichkeit fassen zu können, muss man kurz auf den Bildungsgipfel des vergangenen Jahres zurückblicken.

Damals – Kanzlerin Merkel hatte gerade die Bildungsrepublik verkündet und ihre mit viel Getöse veranstaltete Bildungsreise durch die Republik hinter sich gebracht – einigte man sich auf die große Zielmarke: Bis 2015 soll Deutschland zehn Prozent der Wirtschaftsleistung für Bildung und Forschung ausgeben. Und weil das schon damals zu Recht als wenig konkret kritisiert wurde, beschloss man, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die in einem Jahr ein Finanzierungskonzept vorlegen sollte, wie die zusätzlichen Kosten zu schultern wären.

Womit wir wieder beim Bildungsgipfel 2009 wären. Von dem einst versprochenen, konkreten Finanzierungskonzept war nicht die Rede. Die Kreativität der zuständigen Finanz- und Bildungspolitiker hat sich in den vergangenen zwölf Monaten statt dessen darin erschöpft, die bis zum Zehn-Prozent-Ziel zusätzlich nötigen Milliarden durch allerlei Buchungstricks herunterzurechnen. So sehr herunterzurechnen, dass für das scheinbar großzügige gestrige Angebot Merkels, 40 Prozent der Kosten zu übernehmen, plötzlich bereits die im Koalitionsvertrag von Union und FDP beschlossenen Ausgaben zu reichen scheinen.