Der Medienrummel um die Entzifferung des menschlichen Genoms war kaum verhallt, da machten sich die Forscher an die nächsten Vorhaben. Nachdem das öffentliche Genom-Projekt eine Art genetischen Mustermenschen präsentiert hatte, war das nächste Ziel, nicht die Gemeinsamkeiten, sondern die Unterschiede im Genom herauszuarbeiten.

Zwar sind Menschen zu mehr als 99 Prozent genetisch identisch. Doch sind es oft die Unterschiede, die mehr interessieren. Sie können eine wesentliche Rolle bei der Ausprägung der Persönlichkeit spielen, über die Neigung zu bestimmten Krankheiten Auskunft geben oder darüber entscheiden, wie der Körper auf Medikamente reagiert.

Etwa 90 Prozent der genetischen Unterschiede manifestieren sich in Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNPs, sprich "Snips"). Das sind Abweichungen einzelner genetischer Buchstaben, punktförmige Mutationen. Jeder 100. bis 300. Buchstabe im Genom unterscheidet sich von Mensch zu Mensch, ist ein "SNP". Mittlerweile wurden Millionen solcher Variationen im Erbgut gefunden. Die meisten sind belanglos. Aber nicht alle. Pharmafirmen haben immense Summen investiert, um medizinisch bedeutsame SNPs zu finden.