Es sollte ein ganz exklusiver Abend werden für die Gäste des "Dinner-Zirkus" am vergangenen Montag in Hamburg. Während sich das Publikum der Vorspeise eines Vier-Gänge-Menüs widmete, sollte auf der Bühne in der Mitte der festlich geschmückten Dressurhalle im Tierpark Hagenbeck der Dompteur Christian Walliser für Unterhaltung sorgen.

Doch die Dressurnummer mit bengalischen Tigern endet tragisch. Als Walliser während der Show stolpert, greifen ihn drei seiner Wildkatzen an und verletzen den 28-Jährigen lebensgefährlich. Die Ärzte im Eppendorfer Universitätsklinikum müssen dem Dompteur daraufhin die linke Hand amputieren. Sein Zustand ist weiter kritisch.

Der Unfall rückt Wildtiernummern in der Manege wieder in die Kritik. Allein in den vergangenen fünf Jahren zählte die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" in Deutschland zehn Unfälle mit Wildtieren im Zirkus, bei denen Menschen verletzt wurden. Hinzu kommen 33 Ausbrüche von Tieren, die von Zirkussen gehalten wurden.

Es wird höchste Zeit, Wildtiere im Zirkus und in der Manege zu verbieten. Nicht allein, um Dompteure vor dem Biss ihrer Wildkatzen zu bewahren. Nicht, weil die Tiere als gefährliche Raubkatzen nun wieder die Gemüter erregen. Nein, das Problem ist ein Grundsätzliches: Tiere haben in der Manege nichts verloren, denn mit ihrem natürlichen Verhalten haben die Dressuren kaum etwas gemein.