Scilogs.de, ist das Blogportal von Spektrum der Wissenschaft und gehört zur Verlagsgruppe Georg-von-Holtzbrinck. Das Blogportal wurde 2008 ins Leben gerufen. Mit seinen rund 70 Wissenschaftsblogs ist es das bedeutendste Blogportal Deutschlands. Das zweite große Blogportal ist scienceblogs.de – ein deutscher Ableger der amerikanischen Mediengruppe Seed Media. Der Burda-Verlag ist deutscher Partner der Mediengruppe. Obwohl das Portal auch erst seit zwei Jahren existiert, haben die 30 Blogger unter seinem Dach schon 6.500 Beiträge veröffentlicht.

Die Forscher haben hier die Gelegenheit, sich unredigiert und stilistisch frei über die Rolle der Wissenschaften in Politik, Wirtschaft, Kultur, Religion und Philosophie zu äußern. Das dritte Portal im Bunde ist das Wissenschafts-Café. Es ist aber lediglich ein kommentiertes Webverzeichnis für Wissenschaftsblogs.

Blogger ziehen aus unterschiedlichen Gründen unter das Dach eines Blogportals ein. Dafür beschert ihnen der Markenname des Portals sehr viel müheloser eine hohe Zahl von Besuchern – und sie werden von Suchmaschinen im Nu gefunden. Die Forscher bekommen überdies technische Unterstützung bei der Publizierung ihrer Einträge.

In Deutschland gibt es derzeit insgesamt rund 400 bis 500 Wissenschaftsblogs, schätzt Marc Scheloske, der Chefredakteur von Scienceblogs. Die Mehrheit bloggt nicht unter einem Dachportal. Naturwissenschaftler geben mit ihren Blogs den Ton an: Etwa 70 Prozent der bloggenden Forscher kommen aus diesem Wissenschaftsbereich, sagt Scheloske. Es folgen die Geisteswissenschaftler, die aber schon deutlich weniger häufig schreiben. Am ehesten findet man hier Psychologen, Historiker und Medienpädagogen. "Der Laie kann auf den Wissenschaftsbetrieb schauen, ohne in die bodenlosen Sümpfe der Fachpublikationen hinabsteigen zu müssen", sagt Helmut Wicht, Gehirnanatom an der Universität Frankfurt am Main.

Die deutsche wissenschaftliche Blogkultur hat ihre Wurzeln in der amerikanischen. "Wir haben uns auf Vorbilder im englischsprachigen Raum bezogen", sagt etwa Anatol Stefanowitsch vom Institut für allgemeine und angewandte Sprachwissenschaft an der Uni Bremen. Zusammen mit Kollegen rief er im Jahr 2007 den Bremer Sprachblog als Beitrag für das Jahr der Geisteswissenschaften ins Leben.

Ein Vorbild war der bereits 2003 an der Universität Pennsylvania gegründete Language Log. Während der Language Log allerdings nah an sprachwissenschaftlichen Themen bleibt, schaut Stefanowitsch mit dem Bremer Sprachblog über die Grenzen seines Faches hinaus. Er schreibt über sprachwissenschaftliche Probleme – und mokiert sich über Puristen des Deutschen. Stefanowitsch hat etwa den Berliner Volksentscheid Pro Reli einerseits sprachwissenschaftlich analysiert, andererseits politisch beurteilt. "So entgehe ich der extrem eingeengten Sicht meines Spezialgebietes."