Anders als beim wissenschaftlichen Schreiben müsse man beim Bloggen schnell sein und kontinuierlich, am besten alle zwei bis drei Tage neue Texte liefern. Die Schnelligkeit verführt zu Fehlern, die den Ruf schädigen können. Oder nicht? Fehler müssten ausdrücklich zugegeben werden und sollten nicht klammheimlich mit dem Redaktionssystem gelöscht werden – das gebiete die Blogger-Ethik, sagt der Sprachwissenschaftler.

"Mir fällt auf, dass hinter den Wissenschaftsblogs in den USA fast ausschließlich Wissenschaftler, insbesondere Nachwuchswissenschaftler, stecken", sagt Stefanowitsch. In Deutschland hingegen sei ein höherer Anteil an Wissenschaftsjournalisten unterwegs. Laut Holger Wormer, Professor für Wissenschaftsjournalismus an der Universität Dortmund, muss man zwischen wissenschaftsnahen Blogs und jenen, die sich an die Allgemeinheit wenden, unterscheiden. Erstere bereichern oft eine Fachdiskussion in der Art des Gutachterverfahrens, dem "Peer Review", dass auch über die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten in Fachmagazinen bestimmt. "Hier gibt es, bisher jedenfalls, wirklich wenige, die das wirklich können."

Journalisten zieht es aus ähnlichen Gründen in das Internet wie Wissenschaftler: Beide haben hier die Gelegenheit, sich endlich einen Namen zu machen, sich in ihre Lieblingsthemen so zu vertiefen, wie es ihnen beliebt – hier können sie authentisch sein. Manche, wie Stefan Rahmstorf, erlangen sogar Internetprominenz. Das wird in Zukunft weitere Forscher und Journalisten dazu bringen, in die Blogosphäre einzusteigen.