In Europa sind Biogasanlagen inzwischen weit verbreitet. Der Wunsch nach umweltfreundlicheren Alternativen zu Atomkraft und fossilen Brennstoffen, aber auch die hohen Energiepreise fördern das Umdenken. Neben der Nutzung der Sonnenenergie und der Wasserkraft haben Ingenieure daher Biogasanlagen entwickelt, in denen beim Vergären von Pflanzenabfällen oder Tierexkrementen Gas entsteht. Daraus wird dann in einem Blockheizkraftwerk Strom- und Wärme erzeugt. 

Der Hamburger Unternehmer Markus Dicke will solche Biogasanlagen in China verkaufen. Mit einer 500 kW-Anlage können theoretisch rund 1000 durchschnittliche deutsche Vier-Personenhaushalte mit Strom versorgt werden. Doch passt so eine Technologie in ein Schwellenland, dessen Industrialisierung erst in den vergangenen Jahrzehnten richtig Fahrt aufgenommen hat und dessen Energieverbrauch exponentiell ansteigt? Kann man Biogasanlagen dort überhaupt rentabel betreiben?

Markus Dicke ist überzeugt davon. Für seinen ehemaligen Arbeitgeber, den Biogasanlagenbauer MT-Energie, beobachtet er seit 2007 den asiatischen Markt, knüpft erste Kontakte. Doch das Unternehmen richtet seine Aktivitäten nach Osteuropa aus. Der Hamburger ergreift seine Chance und siedelt nach China über. Im Januar 2009 gründet er die Firma German Biogas, mit der er deutsche Technologie verkaufen, Biogasanlagen bauen will.

"Biogas hat in China ein riesiges Potenzial. Die Anlagen hier auf eine wirtschaftliche Basis zu bringen, ist allerdings schwierig. Die chinesische Regierung hält die Energiepreise niedrig, um das Wirtschaftswachstum weiter anzufeuern, sodass sich im Moment allein mit der Energieerzeugung kein Gewinn erwirtschaften lässt", sagt Dicke. Und eine direkte finanzielle Förderung von grüner Energie nach europäischem Vorbild kennt man in China nicht.