Die Kultserie Mythbusters wird vom amerikanischen Discovery Channel produziert und ist in Deutschland unter anderem auf DMAX zu sehen. Adam Savage und Jamie Hyneman testen seit sieben Jahren Alltagsmythen – mit viel Lust an Zerstörung und Explosion, aber auch mit wissenschaftlichem Anspruch. Christoph Drösser, selber Mythentester in der ZEIT-Kolumne Stimmt’s, sprach mit den beiden Moderatoren über die wissenschaftliche Methode, Waffenwahn und den Spaß mit Körperflüssigkeiten.

ZEIT ONLINE: Macht es euch etwas aus, dass viele eure Show nur mögen, weil ihr Sachen in die Luft sprengt?

Jamie Hyneman: Die Leute sehen das gerne, aber wir nehmen das nicht auf die leichte Schulter . Es soll nicht so aussehen, als sei das ein Kinderspiel, so viel Spaß es auch manchmal macht, Dinge zu zerstören. Wir wollen bei den Leuten einen Lerneffekt auslösen, indem wir ihnen unterhaltsame Sachen zeigen.

ZEIT ONLINE: Wie wichtig ist es, dass die Wissenschaft bei euren Experimenten stimmt?

Adam Savage: Wissenschaftliche Korrektheit bedeutet eigentlich zweierlei: einmal die Methodologie, der Prozess, mit dem wir etwas herausfinden, und zweitens das Ergebnis. Wir machen eine Fernsehsendung, und deshalb haben wir eigentlich nie genügend Daten. Aber wir wenden die wissenschaftliche Methode so gut an, wie wir können – natürlich machen wir auch Fehler in den Shows, über die reden wir dann.

Hyneman: Fehler sind ein sehr wichtiger Teil der Wissenschaft, aus Fehlern lernt man. Uns geht es auch um den Prozess von Erkenntnis, wir haben nicht den Anspruch, völlig verlässliche Fakten zu liefern – es geht mehr um die Einstellung und den Forschergeist.

ZEIT ONLINE: Gibt es ein Beispiel, wo ihr wissenschaftlich total daneben lagt?

Savage: Vor ein paar Jahren haben wir die Geschichte eines berühmten Scharfschützen aus dem Vietnamkrieg behandelt, der angeblich einen Feind tötete, indem er ihn durch das Visier seines Gewehrs erschoss. Wir kamen in der Show zu dem Ergebnis, dass das unmöglich sei. Einige Fans haben uns gesagt, dass wir das falsche Gewehr und die falsche Munition benutzt hätten. Wir haben das Ganze wiederholt und tatsächlich gezeigt, dass es möglich ist.

ZEIT ONLINE: Gibt es einen Mythos, an den ihr nie geglaubt hättet, der sich dann aber doch als wahr herausgestellt hat?

Savage: Ja, vor Kurzem haben wir das "Golfball-Auto" behandelt. Die Frage war, ob ein schmutziges Auto aerodynamischer ist als ein sauberes und deshalb weniger Benzin verbraucht. Und um das zu testen, haben wir schließlich ein komplettes Auto mit einer Oberfläche mit kleinen Dellen wie bei einem Golfball versehen, um den Dreck zu simulieren. Und es stimmte tatsächlich, wir waren sehr überrascht.

ZEIT ONLINE: Wie wichtig sind die Fragen, die eure Zuschauer einschicken?

Savage: Sehr wichtig. Sie machen wahrscheinlich 20 bis 30 Prozent der Geschichten aus, die wir machen.