Er hat einen krokodilähnlichen Schädel mit einem scharfen Gebiss, lange, kräftige Beine, kurze Arme, und seinen Rücken zieren lange Dornfortsätze: Der Spinosaurus ist der größte bekannte Fleischfresser der Erdgeschichte. Eine Studie, die im US-Fachblatt Geology veröffentlicht wurde, beweist nun, dass die Dornechse nicht ausschließlich an Land lebte wie bisher gedacht.

Dieser Zahn des Siamosaurus, ein Spinosaurier der Kreidezeit aus Thailand, ist sechs Zentimeter groß

Die Spinosaurier haben vor 90 bis 150 Millionen Jahren die Erde bevölkert. Die bis zu 18 Meter langen und elf Tonnen schweren Tiere hätten sich wie heutige Krokodile oder Flusspferde auch in Gewässern aufgehalten, sagt Romain Amiot vom französische Wissenschaftszentrum CNRS .

Dies zeige eine Analyse der Sauerstoffmoleküle, die in den Zähnen der Tiere enthalten seien. Die Wissenschaftler untersuchten das Vorkommen von Sauerstoff 16 und Sauerstoff 18 in den Zähnen der Saurier. Diese Isotope unterscheiden sich durch die Zahl ihrer Neutronen pro Atomkern und sind typischerweise bei Land- und Wassertieren unterschiedlich.

Denn durch das Schwitzen verliert der Körper von Landtieren regelmäßig Wasser – anders als der von Meeres- oder Flussbewohnern. Dieser Unterschied zeige sich heute etwa deutlich "zwischen Flusspferden und anderen Säugern", die am selben Ort leben, sagt der Paläontologe.

Für die Jäger war das Leben im Wasser vermutlich ein Vorteil, weil sich damit der Wettbewerb mit anderen großen Dinosauriern "um Nahrung und Gebiete" verringerte. Bis vor Kurzem dachte man, dass diese Dinosaurier ausschließlich an Land lebten, weil ihr Körperbau keine besondere Anpassung an die Lebensweise im Wasser zeigte.

Andere Studien deuteten bereits darauf hin, dass ein großer Teil ihrer Nahrung wahrscheinlich aus Fischen bestanden habe und sie somit dennoch Zeit in Gewässern verbracht haben müssten. Dies habe die Analyse des Minerals Apatit in den Zähnen der Urzeit-Riesen nun bestätigt, schreiben die Wissenschaftler.