Es ist der Zauber der Provence, der einen schnell in seinen Bann zieht: Das Blau des Meeres wetteifert mit dem des Himmels, von Platanen beschattete Dorfplätze und Häuser leuchten im warmen Licht des Südens. Über allem schwebt ein Duft von Lavendel, Jasmin, Rosen, Orangenblüten und Mimosen.

Zwischen Rhonetal und Italien im Südosten Frankreichs gelegen, findet sich hier nicht nur eine der bekanntesten Urlaubsregionen Frankreichs, sondern auch die 40.000 Einwohner zählende "Weltstadt des Parfums", Grasse. Rund 30 Kilometer im Hinterland der Côte d´Azur, konservieren eine Handvoll alteingesessener Firmen den flüchtigen Schatz Südfrankreichs, und schaffen es, mit immer neuen Kreationen nicht nur die Damenwelt stets aus Neue zu entzücken. Auch das berühmte Chanel No.5 wurde in Grasse komponiert. Neben der Parfumherstellung werden hier auch Geschmacksstoffe und Aromen für die Nahrungsmittelindustrie entwickelt.

"Schon seit 1747 kreiert unser Familienunternehmen ein einzigartiges Sortiment an Düften", erläutert Karine de Azevedo, die bei Galimard arbeitet, dem ältesten Parfumbetriebs Frankreichs. Als Vorsitzender der Vereinigung der Handschuhmacher und Parfümeure belieferte der Firmengründer Jean de Galimard bereits im 18. Jahrhundert den Hof Ludwigs des XV. in Versailles mit Olivenöl, Pomaden und Parfums, deren erste Formeln er in Grasse erdachte. Seit damals hat sich an den Herstellungsmethoden und Qualitätsstandards nur wenig geändert.

Mit der Kreation neuer Düfte sind ganz speziell ausgebildete Mitarbeiter beschäftigt. "Wir arbeiten mit zwei "Nasen" aus Grasse zusammen", sagt de Azevedo. "Freie Künstler und Absolventen der französischen Parfumschule, die an einem speziellen Arbeitsplatz, der so genannten Duftorgel, neue Parfums komponieren."