Ein Kampfflugzeug der Nato ist durch die Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull beschädigt worden. In den Motoren mehrerer Maschinen vom Typ F-16 seien nach dem Flug durch die Wolke Glaspartikel entdeckt worden, sagte ein US-Vertreter der Nato. Vulkanasche kann sich bei hohen Temperaturen in Glas umwandeln, zum Beispiel in den Triebwerken von Flugzeugen.

"Das ist eine sehr, sehr ernste Angelegenheit, die in nicht allzu ferner Zukunft Einfluss auf die militärischen Fähigkeiten haben wird", sagte der Nato-Beamte. Der Luftraum über weiten Teilen Europas sei "aus gutem Grund" geschlossen worden. Seinen Angaben zufolge wurden bereits die Militärübungen in den USA gedrosselt, solange der tatsächliche Einfluss der Vulkanasche auf die Maschinen unklar ist. Der Atmosphärenforscher Joachim Curtius von der Universität Frankfurt am Main mahnt zur Vorsicht: "Tückisch an dem Vulkanstaub ist, dass er sich zwar mit zunehmender Ausbreitung verdünnt, aber örtlich durchaus noch dicht genug sein kann, um in den Triebwerken Schaden anzurichten", sagte er. Daher sei eine längerfristige Überwachung der Flugzeuge durchaus empfohlen.

Einige Fluggesellschaften hatten erklärt, dass die Gefahren durch die Asche-Wolke möglicherweise übertrieben worden seien. Auch Anders Fogh Rasmussen, der Generalsekretär der Nato, sieht die Einsätze des Militärbündnisses nicht in Gefahr: "Ich kann Ihnen versichern, dass unsere Operationen von dem Vulkanausbruch nicht beeinträchtigt werden und auch unsere Verteidigung des Bündnisgebietes nicht beeinträchtigt sind", sagte er. "Die Aschewolke hat keine negativen Auswirkungen auf unsere Operationen." Dies gelte auch für die Versorgung der 90.000 internationalen Soldaten in Afghanistan.

Rund 100 Passagierflugzeuge haben in den vergangenen 30 Jahren Wolken aus Vulkanasche durchflogen. Diese Zahl nennt die amtliche US-Erdbebenwarte USGS. In einigen Fällen mussten dabei beschädigte Maschinen ihren planmäßigen Flug abbrechen.