Zwischen den Umlaufbahnen der Planeten Mars und Jupiter sausen unzählige kleine Himmelsobjekte durchs All, weshalb Wissenschaftler dieses Gebiet auch als Asteroiden-Gürtel bezeichnen. Auch der für einen Asteroiden recht große Himmelskörper 24 Themis findet sich dort – der italienische Astronom Annibale des Gasparis entdeckte ihn 1853.

Jetzt – gut 150 Jahre später – haben Forscher auf 24 Themis Eis entdeckt. Es ist das erste Mal, dass auf einem Asteroiden gefrorenes Wasser nachgewiesen wurde. Eine kleine Sensation, denn bisher hielt man die Himmelskörper im Asteroiden-Gürtel für knochentrocken. Nach der gängigen Meinung kreisen sie mitten in unserem Sonnensystem einfach zu nah an der Sonne, als dass sich bei ihrer Entstehung vor rund 4,5 Milliarden Jahren größere Mengen an Wasserdampf in Form von Eis hätten niederschlagen können. Warum sich auf 24 Themis trotzdem Eis bildete, wissen die Forscher nicht.

Dass auf Asteroiden in anderen Sphären des Weltalls Eis zu finden sein müsste, hatten Astronomen allerdings vermutet – zumindest diejenigen unter ihnen, die die These vertreten, dass das Wasser der irdischen Ozeane einst bei einem Asteroiden-Einschlag auf unseren Planeten gelangte.

Mit dem Infrarot-Teleskop der US-Raumfahrtbehörde Nasa, das auf Hawaii auf dem rund 4200 Meter hohen Mauna-Kea-Vulkan steht, hatten die US-Forscher, die ihre Entdeckung jetzt im Wissenschaftsmagazin Nature vermelden, den Asteroiden-Gürtel zwischen Mars und Jupiter beobachtet.

Daran, wie die Oberfläche des Asteroiden das Sonnenlicht reflektiert, konnten sie Rückschlüsse auf seine Zusammensetzung ziehen. Neben Eis dürfte 24 Themis demnach auch organisches Material enthalten. Die Spektralanalyse ergab außerdem, dass der ganze Asteroid geradezu von einem Eismantel umhüllt sein muss. Das überraschte die Forscher, denn eigentlich sei davon auszugehen, dass das Eis wegen der Nähe zur Sonne in Milliarden von Jahren verdampft sein müsste.