Das Genom des tropischen Krallenfrosches ist dem menschlichen Erbgut erstaunlich ähnlich. Das zeigt eine umfassende Analyse des Frosch-Genoms, die Wissenschaftler jetzt im Magazin Science vorgestellt haben.

Xenopus tropicalis – der tropische Krallenfrosch – ist an der afrikanischen Westküste von Senegal bis Kamerun beheimatet. Bereits in den vierziger Jahren machte einer seiner Verwandten, der Apothekerfrosch X. laevis, Karriere als lebendiger Schwangerschaftstest. Doch jetzt könnte Xenopus tropicalis ihm den Rang als Laborstar ablaufen: Nie zuvor wurde ein Amphibien-Genom so gründlich entziffert.

Grob sequenziert hatte man es bereits im Jahr 2005. Doch erst jetzt haben Wissenschaftler aus weltweit 24 Instituten um Uffe Hellsten von der Universität Berkeley in Kalifornien die ganze Analyse abgeschlossen. Mit erstaunlichem Ergebnis: Etwa 80 Prozent der bis heute bekannten Gene, die beim Menschen Krankheiten verursachen können, fanden die Forscher auch in der Frosch-DNA. Mit gut 20.000 Genen, die den Bauplan für Eiweiße codieren, ist das Amphibien-Erbgut nur unwesentlich kleiner als das des Menschen. Das macht Xenopus tropicalis als Modell-Organismus besonders attraktiv – denn an ihm könnten Erbkrankheiten erforscht und Therapien erprobt werden.