Nobelpreisträger im Gespräch: Nicolaas Bloembergen Im Interview mit ZEIT ONLINE spricht der Physik-Nobelpreisträger über die Bedeutung von Lasertechnologien für Kommunikation und Medizin

Vor 50 Jahren stellte der Physiker Theodore Maiman seine spektakuläre Erfindung vor: den Laser . Nicolaas Bloembergen und Arthur Schawlow haben ihn für die Wissenschaft domestiziert. Den Physikern gelang es, Laserlicht außerhalb des sichtbaren Bereichs einzusetzen, um gasförmige, flüssige oder feste Stoffe zu untersuchen. Das Nobel-Komitee verlieh ihnen dafür 1981 den Nobelpreis. Sie hätten den Laser als "nahezu ideales Instrument der Spektroskopie" entdeckt und entwickelt . Die beiden US-Forscher teilen sich den Preis mit dem Schweden Kai Siegbahn, der eine weitere Spektroskopiemethode nutzbar machte.

Bloembergen und Schawlow nutzten Laserlicht sowohl im längerwelligen Infrarot- als auch im kurzwelligen Ultraviolettbereich, um die chemischen Eigenschaften von Stoffen zu untersuchen. Bis dahin waren Forscher auf die Strahlung angewiesen, die von den jeweiligen Stoffen naturgemäß ausgesandt wird. Das änderte sich mit dem neuen Verfahren. Bloembergen und sein Kollege beschossen Stoffe mit Laserlicht. Analysieren Wissenschaftler die zurückgeworfene Strahlung, können sie auf die Eigenschaften der Stoffe schließen.

Der gebürtige Holländer Bloembergen, seit 1958 amerikanischer Staatsbürger, war Professor für angewandte Physik an der Harvard-Universität . Der heute 90-Jährige schrieb seine Doktorarbeit über die Kernresonanzspektroskopie, für deren Erforschung sein Doktorvater Edward Mills Purcell 1952 den Physik-Nobelpreis bekam.

ZEIT ONLINE traf Nicolaas Bloembergen zum Videointerview am Rande des diesjährigen Nobelpreisträgertreffens in Lindau . Die Preisträger der höchsten wissenschaftlichen Auszeichnung werden in diesem Jahr ab dem 4. Oktober bekannt gegeben.

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