Das Video zeigt eine Reise zur Galaxie UDFy-38135539 (in englischer Sprache) Quelle: Eso

Niemals blickten Astronomen auf ein Objekt, das tiefer in den Weiten des Universums lag, als UDFy-38135539. So heißt das Sternensystem, das ein europäisches Forscherteam nun als die fernste Galaxie bestimmt hat, die jemals beobachtet wurde. Mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (Eso) gelang den Forschern um Matt Lehnert vom Pariser Observatorium die Altersbestimmung. Die Galaxie mit dem komplizierten Namen ist Astronomen nicht unbekannt. Das Weltraumteleskop Hubble entdeckte das System aus Sternen bereits 2009.

Das Licht von UDFy-38135539 war rund 13 Milliarden Jahre zu uns unterwegs. "Wir sehen den Zustand dieses Objekts zu einer Zeit, als das Universum erst 600 Millionen Jahre alt war", sagte Lehnert. Er und seine Kollegen veröffentlichten ihre Berechnungen nun im Magazin Nature . Damals war der Kosmos noch ausgesprochen jung, hatte gerade einmal vier Prozent seines heutigen Alters von 13,7 Milliarden Jahren. Zu dieser Zeit begann das Weltall erst durchsichtig zu werden. Bis etwa zu seinem milliardsten Geburtstag durchzog das Universum ein dichter Nebel aus Wasserstoffmolekülen. Das Licht der jungen Sterne wurde von den Schwaden fast vollkommen geschluckt, was die Untersuchungen der fernsten Galaxie zusätzlich erschwerte.

Mithilfe des "Sinfoni"-Spektrographen am Very Large Telescope spalteten die Forscher das schwache Glimmen von UDFy-38135539 in seine Spektralfarben auf. Auf diese Weise lässt sich die Entfernung eines Himmelsobjekts bestimmen. Denn durch die fortwährende Ausdehnung des Weltalls entfernen sich Objekte umso schneller von uns, je weiter sie weg sind. Je schneller sie sich jedoch von uns entfernen, umso stärker ist ihr Licht ins Rote verschoben – ähnlich dem Phänomen, dass eine Polizeisirene tiefer klingt, sobald der Streifenwagen von uns wegrast.

Je höher diese Rotverschiebung, desto weiter ist ein astronomisches Objekt entfernt. Die Astronomen maßen für UDFy-38135539 eine Rotverschiebung von 8,6. Zuvor hatten andere Astronomen über die Entdeckung eines Objekts mit einer Rotverschiebung von 10 berichtet, das also noch weiter entfernt wäre. Folgebeobachtungen konnten diese Entdeckung jedoch bis heute nicht bestätigen, wie die Eso in Garching bei München berichtete.