In Stockholm und Oslo sind die Nobelpreise des Jahres 2010 verliehen worden. Schwedens König Carl XVI. Gustaf überreichte im Stockholmer Konzerthaus die Medaillen für die Kategorien Chemie, Physik, Physiologie oder Medizin, sowie Wirtschaftswissenschaften und Literatur . In Oslo wurde der Friedensnobelpreis vergeben . Liu Xiaobo konnte die Medaille jedoch nicht entgegennehmen, weil die chinesische Regierung dem inhaftierten Bürgerrechtler die Ausreise verweigert hat.

Den Chemienobelpreis 2010 nahmen gleich drei Forscher entgegen : der US-Amerikaner Richard Heck (79) und die Japaner Ei-ichi Negishi (75) und Akira Suzuki (80). Sie entwickelten Kohlenstoffreaktionen, an denen das Element Palladium als Beschleuniger beteiligt ist. Diese sogenannte Kreuzkupplung schweißt Kohlenstoffatome – den Grundbaustein in der organischen Chemie – künstlich zusammen. Nur dadurch wurde es möglich, neue organische Verbindung im Labor zu basteln.

Die Heck-Reaktion wird etwa genutzt, um Sonnencreme herzustellen. Dank der Suzuki-Kupplung kombiniert die chemische Industrie Kohlenstoffatome zu flüssigen Kristallen. Die werden vor allem in Computerbildschirmen und Leuchtdioden verbaut. Der Preis ehrt die Grundlagenforschung in der organischen Chemie .