Das Umweltbundesamt (UBA) hat einen Bericht über Gesundheitsgefahren bei zerbrochenen Energiesparlampen veröffentlicht. Geht eine Lampe zu Bruch, könne das giftige Schwermetall Quecksilber in die Raumluft gelangen, heißt es in der Untersuchung. Eine Stichprobe des UBA zeige, dass nach dem Bruch einer Energiesparlampe die Quecksilber-Belastung um das 20-fache über dem Richtwert von 0,35 Mikrogramm/Kubikmeter für Innenräume liege. Allerdings wäre für den wissenschaftlichen Nachweis Tests an wesentlich mehr Lampen nötig.

"Das Quecksilber ist die Achillesferse der Energiesparlampen. Daher brauchen wir mittelfristig eine Lampentechnik, von der keine Quecksilberbelastung ausgeht", sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth. Die richtige und notwendige Energieeinsparung von bis zu 80 Prozent gegenüber Glühbirnen müsse einhergehen mit sicheren Produkten, von denen keine vermeidbaren Gesundheitsrisiken ausgehen.

Verbrauchern rät Flasbarth, in Kinderzimmern und an anderen Stellen mit erhöhtem Bruchrisiko Energiesparlampen einzusetzen, die mit einer Kunststoffummantelung oder anderen Schutzmaßnahmen gegen ein Zerbrechen gesichert sind. Die Industrie forderte er auf, mehr solcher Lampen anzubieten. Geschehe dies nicht freiwillig, müsse die EU das gesetzlich vorschreiben. Mittelfristig sollte Lampentechnik ganz auf Quecksilber verzichten. Zurzeit dürfen Energiesparlampen bis zu fünf Milligramm Quecksilber enthalten.

Wirklich repräsentativ ist der Test allerdings nicht, es ist nur eine Stichprobe. Dazu wurden zwei Energiesparlampen von europäischen Markenherstellern untersucht: eine mit zwei Milligramm und die andere mit fünf Milligramm Quecksilber. Beide hatten keine Schutzummantelung und wurden in heißem Zustand zerbrochen. Bei beiden Lampen wurden nach fünf Minuten und auch noch nach fünf Stunden in einem Meter Höhe über dem Fußboden Konzentrationen von Quecksilber gemessen.

Der Vorstand des Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv), Gerd Billen, kritisierte, der Staat habe "bei der Produktsicherheit offenbar geschlafen". Es könne nicht sein, dass ein sicheres Produkt verboten und durch ein unsicheres ersetzt werde. Der vzbv verlangt zudem, dass Hersteller und Händler das Geld für Energiesparlampen, die beim Zerbrechen zu hohen Quecksilberbelastungen führen, zurückerstatten.

Herkömmliche Glühbirnen mit 100 Watt Leistung dürfen seit dem 1. September 2009 nicht mehr verkauft werden. Seit dem 1. September dieses Jahres gilt das Verbot auch für Birnen mit 75 Watt. Im Jahresabstand werden die 60-Watt- sowie schließlich die 40- und 25-Watt-Birnen vom Markt genommen. Ziel der Vorschrift, die in der Öko-Design-Richtlinie der EU steht, ist ein geringerer Stromverbrauch und damit weniger Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid in die Umwelt.