Wenn kleine Himmelkörper, sogenannte Meteoroiden, in die Atmosphäre unserer Erde eindringen, hinterlassen sie einen beeindruckenden Leuchtstreifen am Nachthimmel – eine Sternschnuppe. Astronomen bezeichnen solche Lichterscheinungen auch als Meteor. Ein regelrechter Sternschnuppen-Schauer geht in der Nacht zu Dienstag, dem 14. Dezember, am Himmel über Deutschland nieder: Der Strom der Geminiden.

Benannt ist dieser Meteor-Regen, der jedes Jahr zur gleichen Zeit über der Nordhalbkugel zu sehen ist, nach dem Sternbild Zwillinge, auf Latein Gemini. Denn hierher, ziemlich nahe des Sterns Kastor , scheinen die vielen Meteore zu kommen. "Pro Stunde werden bis zu 120 Sternschnuppen über den Himmel flitzen", verspricht Jost Jahn von der Vereinigung der Sternfreunde . "Auch das ungeschulte Auge eines Laien wird leicht rund 30 Sternschnuppen erkennen können."

Die Geminiden sind auch deshalb bei Hobby-Astronomen beliebt, weil sie relativ langsam und farbenprächtig vorbei ziehen. Wenn sie denn zu sehen sind. Der Himmel über Deutschland muss klar sein, wenn der Sternschnuppen-Regen um 6 Uhr morgens seinen Höhepunkt erreicht. Die besten Chancen für einen wolkenlosen Himmel haben die Norddeutschen. "Gerade die Bundesländer nordöstlich der Elbe werden einen hervorragenden Blick haben", sagt Reinhard Strüfing vom Deutschen Wetterdienst in Hamburg. Im Süden dagegen werden wohl dicke Wolken den Blick verdecken.

Wem eine Wolkendecke am 14. Dezember den Blick in Richtung Zwillinge versperrt, der hat aber auch in den folgenden Nächten noch gute Chancen, eine Sternschnuppe zu erhaschen – die Meteor-Aktivität bleibt noch eine Weile erhöht.

Ihren Ursprung haben die Geminiden in einer Wolke aus Milliarden Gesteinsbrocken, die von dem Himmelskörper Phaeton stammen. Dieser Asteroid umläuft die Sonne in 524 Tagen. Jedes Jahr Mitte Dezember streift die Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne diese Wolke. Einige der kleinen Meteoroiden treten dann in die Atmosphäre ein und verglühen in einem phantastischen astronomischen Feuerwerk.

Auf den Seiten derInternational Meteor Organizationwerden die Geminiden erfasst.